American Football

Deutscher Teenager wird Quarterback der Football-Adler

Paul Zimmermann aus einem Vorort von Oranienburg soll Berlin in eine bessere Zukunft führen. Sein Alter könnte ein Problem werden.

Hoffnungsträger: Der 19-jährige Paul Zimmermann

Hoffnungsträger: Der 19-jährige Paul Zimmermann

Foto: Sarah Wälisch / BM

Berlin.  So richtig Deutsch war die German Football League (GFL), die höchste nationale Spielklasse im American Football, nie gewesen. Auf der wichtigsten Position des Quarterbacks, des Spielmachers, setzen nahezu alle Klubs auf Importe aus den USA.

Die Berlin Adler gehen in dieser Saison einen anderen Weg und setzen auf Paul Zimmermann aus dem eigenen Nachwuchs, einen 19-Jährigen aus der Nähe von Oranienburg, der erst seit vier Jahren Football spielt.

2015 wurde er mit Deutschland U19-Vizeeuropameister, mit der Adler-Jugend erreichte er das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. „Ich freue mich, dass mir der Verein das Vertrauen schenkt, in der GFL zu spielen, das ist eine große Verantwortung“, sagt er. Vor ihm kam bei den Adlern zuletzt 2002 mit Wanja Müller ein deutscher Quarterback zum Einsatz.

Erste Bewährungsprobe am Sonntag

Die erste Bewährungsprobe wartet am Sonntag mit der „Big 6“-Partie im Europapokal gegen die Swarco Raiders aus Tirol (15 Uhr, Poststadion). Die Österreicher, bei denen Ex-Adler-Coach Shuan Fatah an der Seitenlinie steht, zählen zu den besten Teams Europas. „Sie sind aber nicht unschlagbar“, meint Paul Zimmermann.

Die Vorbereitung verlief für die Berliner jedoch nicht optimal: Einige Spieler lagen in dieser Woche mit Grippe flach, auch Zimmermann hütete das Bett. „Wir wissen deshalb nicht genau, wo wir zum Saisonauftakt stehen“, sagt Cheftrainer Eric Schramm.

Von seinem neuen Quarterback ist Schramm indes überzeugt. „Paul ist ein sehr talentierter Spieler. Er hat den nötigen Arm, um jeden Wurf auf dem Feld machen zu können, und er trifft schnelle Entscheidungen, das ist auf seiner Position sehr wichtig.“

Ziel ist die Rückkehr ins Play-off

Jedoch fehle es ihm noch an Erfahrung, um Spiele im Alleingang zu entscheiden, was Schramm allerdings nicht allzu kritisch sieht: „Dadurch strengen sich alle anderen noch ein bisschen mehr an.“

Das wird auch nötig sein, haben die Adler doch ambitionierte Pläne. Nachdem 2015 erst 40.000 Euro aus einer Crowdfunding-Aktion den Bundesliga-Verbleib gesichert hatten, sind die Reinickendorfer wieder optimistisch. „Die Talsohle haben wir durchschritten“, sagt Eric Schramm. „Vergangene Saison ging es ums Überleben, jetzt geht es mit Anlauf wieder den Berg hinauf.“

Erklärtes Ziel ist die Rückkehr in das Play-off, zudem will man den Berlin Rebels den Titel des Stadtmeisters abjagen. „Wir wollen so viele Spiele wie möglich gewinnen“, sagt Zimmermann und träumt vom „Finale daheim“ im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Der German Bowl wird seit 2012 in Berlin ausgetragen.