Volleyball

In Rio geht es um Punkte für Rio

Beim Beachvolleyball-Weltserienturnier kämpfen vier deutsche Frauenduos um Olympia. Zurückkehren nach Brasilien dürfen aber nur zwei.

Traumhafter Sport an traumhaftem Strand: Ilka Semmler (r.) und Katrin Holtwick wollen bei den Olympischen Spielen in Rio unbedingt dabei sein

Traumhafter Sport an traumhaftem Strand: Ilka Semmler (r.) und Katrin Holtwick wollen bei den Olympischen Spielen in Rio unbedingt dabei sein

Foto: HOCH ZWEI / Juergen Tap / picture alliance / HOCH ZWEI

Berlin.  Wie das so ist, in Rio de Janeiro ganz oben zu stehen, haben Katrin Holtwick und Ilka Semmler am Sonntag getestet. Da besichtigten die beiden Beachvolleyballerinnen die Christus-Statue auf dem Corcovado und genossen den Blick über die Stadt, in der von Dienstag bis Sonntag die World Tour gastiert. „Wir sind voll motiviert für den ersten Grand Slam der Saison“, sagt Semmler. Schließlich findet er dort statt, wo es vom 6. bis zum 18. August auch um olympische Medaillen geht.

Katrin Holtwick und Ilka Semmler sind derzeit mit 4170 Punkten auf Rang neun der Olympia-Rangliste zu finden. 15 Teams qualifizieren sich darüber. Ob die Berlinerinnen in fünf Monaten nach Rio zurückkehren, ist derzeit aber offen. Gemäß der Regularien dürfen zwei Frauen- und zwei Männerteams pro Nation an den Olympischen Spielen teilnehmen. Die deutschen Frauen sind aber so gut, dass es zum Stichtag des 13. Juni aller Voraussicht nach vier Teams unter die Top 15 schaffen.

In London landeten Holtwick/Semmler auf Platz neun

Der Kampf um die Tickets hat etwas von der „Reise nach Jerusalem“, bei der am Ende zwei Teams ohne Sitzplatz dastehen werden. Die besten Aussichten, nach Rio zurückzukehren, haben derzeit Laura Ludwig und Kira Walkenhorst, die mit 5500 Punkten auf Platz vier stehen. Hinter Holtwick/Semmler lauern Chantal Laboureur und Julia Sude aus Friedrichshafen (3910/14) sowie Karla Borger und Britta Büthe (3660). „Einerseits ist es schön, dass Deutschland so stark ist im Frauenbereich, andererseits will jedes Team fahren“, sagt Katrin Holtwick (31).

2012 belegte sie mit Ilka Semmler (30) in London Platz neun. Zehn Jahre spielen sie zusammen, und die Anzeichen mehren sich, dass nach diesem Olympiazyklus Schluss ist. Die erneute Olympia-Teilnahme wäre für die Vierten der WM 2015 der krönende Abschluss ihrer gemeinsamen Karriere. „Wir können unsere Chancen Tag für Tag erhöhen, wenn wir die Dinge, die wir beeinflussen können, bestmöglich machen“, sagt Trainer Tilo Backhaus. Dementsprechend wichtig ist der Grand Slam in Rio, bei dem es neben 800.000 Dollar Preisgeld um viele Punkte geht.

Beim Turnier in Rio gibt es 800.000 Dollar Preisgeld

Borger/Büthe stehen derzeit auf Rang 19, haben aber erst zehn Turniere in der Wertung, da Borger in der vergangenen Saison wegen einer Operation am Rücken aussetzen musste. Zwölf gemeinsame Turniere werden am Ende gezählt. Allein durch den Start beim Grand Slam sammeln die Stuttgarterinnen 160 Zähler; sollten sie gewinnen, wären es gar 800. Die anderen drei Teams können nur noch schlechtere Ergebnisse durch bessere ersetzen.

Holtwick/Semmler müssen mindestens 17. werden, noch schwerer haben es Laboureur/Sude, die nur Rang neun und besser in der Rangliste voranbringt. Außerdem müssen sie sich bereits am Dienstag durch die Qualifikation kämpfen, während ihre Konkurrentinnen im Hauptfeld gesetzt sind, das am Mittwoch beginnt.

Turnier in Hamburg vom 7. bis 12. Juni als Quali-Abschluss

Beim Open Turnier in Maceio in der vergangenen Woche unterlagen Laboureur/Sude sowohl Borger/Büthe als auch Holtwick/Semmler. „Am Ende wird aber in Hamburg abgerechnet“, sagt Laboureur. Der Grand Slam in der Hansestadt vom 7. bis 12. Juni ist das letzte Turnier, das für die Wertung zählt, anschließend werden sieben weitere Tickets über die Wettbewerbe der fünf Kontinentalverbände ausgespielt.

Diese Regelung gilt nur für Nationen, die sich zu dem Zeitpunkt noch nicht über die Rangliste qualifiziert haben. Für die deutschen Männer könnte sie noch wichtig werden. Nach aktuellem Stand sind nur Markus Böckermann und Lars Flüggen qualifiziert, sie belegen Platz 12 mit 4150 Punkten. Bei den Männern ist also noch ein Stuhl frei.