Hockey

Felix Fischer wandelt zwischen den Extremen

Der Hockeyspieler von den Zehlendorfer Wespen kämpft als Aktiver ums Viertelfinale – und als Trainer gegen den Abstieg aus der Bundesliga.

Felix Fischer (rechts)

Felix Fischer (rechts)

Foto: imago sportfotodienst

Berlin.  Sommerzeit ist Wespenzeit? Nicht im Hockey. Die Zehlendorfer Wespen stechen traditionell besonders gerne im Winter zu. Im Hallenhockey spielt die Mannschaft in der Bundesliga, auf dem Feld dagegen ist sie seit einigen Jahren nur noch zweitklassig. Das liegt nicht bloß daran, dass man für eine erfolgreiche Hallenmannschaft weniger gute Spieler benötigt als draußen, sondern auch an der besonderen Vorliebe der Zehlendorfer an der Hallenvariante ihrer Sportart. „Wir haben einfach ein Faible für die Halle“, meint Felix Fischer.

In dieser Saison ist der Klub zwei Spieltage vor Schluss sogar überraschend Tabellenführer und hat gute Chancen auf den Einzug ins Viertelfinale, erst recht wenn im Nachholspiel am kommenden Dienstag (20.30 Uhr, Schadow-Gymnasium) beim Berliner HC ein weiterer Erfolg gelingen sollte. So richtig glücklich ist Fischer trotzdem nicht.

Der 28-Jährige spielt nämlich nicht nur für die erfolgreiche Männermannschaft der Wespen, sondern trainiert gleichzeitig auch die Frauen des Vereins – und die sind als Tabellenletzter in höchster Abstiegsnot.

Noch können es die Zehlendorferinnen schaffen

Felix Fischer ist zerrissen zwischen zwei Extremen. „Das ist eine schwierige Situation“, sagt er. Im Hallenhockey werden die Spiele von Frauen und Männern meist direkt nacheinander ausgetragen, „da fällt es schwer, den Kopf frei zu kriegen und ein ordentliches Spiel hinzubekommen, wenn man kurz davor verloren hat“, so Fischer.

Verloren ist für die Zehlendorferinnen noch nichts. Zwar haben sie aktuell drei Punkte Rückstand auf den rettenden fünften Platz, doch mit zwei Siegen am Sonnabend beim ATV Leipzig und am Sonntag (12 Uhr, Schule am Rohrgarten) zuhause gegen TuS Lichterfelde haben sie die Chance, noch am Osternienburger HC vorbeizuziehen. Felix Fischer glaubt fest an seine Mannschaft: „Ich weiß, wozu meine Mädels imstande sind, wenn sie einen guten Tag erwischen“, sagt er.

Warum Zehlendorf überhaupt um den Verbleib in der Bundesliga zittern muss, kann auch Felix Fischer nicht wirklich erklären. Mit jeder knappen Niederlage wuchsen die Zweifel, mit der Zeit entwickelte sich eine Eigendynamik. „Das ist viel Psychologie“, glaubt Coach Fischer.

Das Männerteam ist überraschend erfolgreich

Bei den Männern sei es genau andersherum gelaufen: „Wir waren keine Übermannschaft, die jeden Gegner aus der Halle schießt, aber in den entscheidenden Momenten ging das Pendel in unsere Richtung“, so der gebürtige Rheinländer. Mit fünf A-Jugendlichen im Kader war das Ziel eigentlich nur der Klassenerhalt gewesen – nun haben die Wespen um Torjäger Niels Sund die Chance auf das Viertelfinale, wo mit dem Vertreter aus dem Süden ein vermeintlich leichter Gegner warten würde. Sogar eine Teilnahme an der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft am ersten Februar-Wochenende in Lübeck erscheint machbar.

Wenn Felix Fischer sich entscheiden müsste, ob er lieber mit den Frauen den Klassenerhalt schaffen würde oder mit den Männern das Viertelfinale, würde seine Wahl allerdings auf ersteres fallen. „Das eine ist mein Job“, sagt er. „Das andere nur ein Hobby.“