Tischtennis

Berlinerin Petrissa Solja schmettert sich in die Weltspitze

Mit Siegen über Topspielerinnen gewinnt die 21-jährige Petrissa Solja von TTC Eastside überraschend Bronze beim Weltcup in Japan.

Kampfstark: Petrissa Solja ließ sich auf ihrem Erfolgsweg auch nicht von klaren Rückständen entmutigen

Kampfstark: Petrissa Solja ließ sich auf ihrem Erfolgsweg auch nicht von klaren Rückständen entmutigen

Foto: Sergei Ilnitsky / picture alliance / dpa

Berlin.  Es ist ja heutzutage üblich, die ganze Welt an seinen Gefühlen teilhaben zu lassen. So erfuhr Petrissa Soljas Facebook-Gemeinde, wie stolz sie auf ihren besonderen Erfolg beim Weltcup in Sendai/Japan ist: „Wow. Das Turnier meines Lebens!“, berichtete sie auf ihrer Seite. Dazu gibt es ein Foto von der 21-Jährigen, die lächelnd ihre Bronzemedaille für Platz drei bei dieser Weltklasseveranstaltung zeigt mit der Anmerkung: „Fühlt sich definitiv wie Gold an.“

Schon häufig Überraschungen geschafft

Die junge Frau, die für den TTC Eastside Berlin in der Tischtennis-Bundesliga antritt, war schon häufig für Überraschungen gut. Aber diesmal hat sie sogar sich selbst überrascht. „Das ist der mit Abstand größte Erfolg meiner Karriere“, jubelte sie, nachdem sie als erste Deutsche ins Halbfinale des Weltcups eingezogen war, „diese Siege sind richtige Schocks für mich.“

Solja wirkt im Alltag gar nicht verbissen, kommt beinahe etwas phlegmatisch daher. Doch dieser Eindruck täuscht offenbar gewaltig. In Sendai kämpfte sie sich aus sehr schwierigen Situationen heraus, etwa im Viertelfinale, als sie gegen die Weltranglistenvierte Ai Fukuhura aus Japan die ersten drei Sätze verloren hatte, aber 4:3 (8:11, 6:11, 2:11, 14:12, 11:5, 11:8, 11:6) gewann.

Im Spiel um Platz drei erwacht wieder die Kämpferin

Zuvor hatte sie Feng Tianwei (Singapur), Nummer sechs der Welt, glatt 4:0 von der Platte gefegt. Im Halbfinale war zwar gegen die Chinesin Liu Shiwen beim 0:4 Endstation. Doch im Spiel um Bronze erwachte wieder die Kämpferin in Solja: die ersten Sätze verloren,am Ende strahlende Siegerin beim 4:2 (7:11, 6:11, 11:2, 11:8, 12:10, 11:8) gegen Li Jiao aus den Niederlanden.

„Petti hat sich bei diesem Turnier auf ein neues Niveau gehoben“, lobte Bundestrainerin Jie Schöpp. Solja wird in der neuen Weltrangliste einen gehörigen Sprung von Rang 26 nach vorn machen. Sie kassierte ein Preisgeld von 15.000 Dollar und erneuerte ihre Ambitionen auf einen Startplatz bei den Olympischen Spielen in Rio 2016.

Am Wochenende Bundesligaspiel in Pasewalk

Ihren nächsten Auftritt hat sie Sonnabend in Pasewalk in der Sporthalle im Schulzentrum Ost, wo der TTC Eastside um Bundesligapunkte gegen Hövelhof spielt.