Mayweather-Pacquiao

Wollen Sie den Kampf für 20 Euro oder 7500 Dollar sehen?

Die Topstars Mayweather und Pacquiao bestreiten am 2. Mai den lukrativsten Kampf der Boxgeschichte. Von dessen Garantiebörse kann Klitschko am Sonnabend nur träumen. Doch er wird mehr Zuschauer haben.

Foto: ROMEO RANOCO / REUTERS

Neun Tage vor dem Super-Fight zwischen den Box-Stars Floyd Mayweather jr. und Manny Pacquiao am 2. Mai in Las Vegas gehen nun endlich die wenigen frei verfügbaren Tickets in den Verkauf. Wochenlang waren sich Pacquiaos Team, die zuständige Promotionsfirma und das MGM Grand Hotel darüber nicht einig geworden.

Das Kartenkontingent soll sehr überschaubar sein, die Veranstalter lehnten es aber ab, die genaue Anzahl bekannt zu geben. Der Großteil der Tickets geht an Sponsoren, Organisatoren sowie an die Familien und Freunde der Boxer.

Die Eintrittspreise für den Grand Garden liegen zwischen 1500 und 7500 Dollar. Boxen hier, Millionensummen da – die amerikanischen Medien überschlagen sich.

Gemeint ist aber nicht die Titelverteidigung von Weltmeister Wladimir Klitschko am Sonnabend in New York gegen den Amerikaner Bryant Jennings.

Es geht vielmehr um den „Kampf des Jahrhunderts“ sieben Tage später in Las Vegas zwischen dem Einheimischen Floyd Mayweather und dem Filipino Manny Pacquiao. Die Garantiebörse beläuft sich auf 250 Millionen Dollar, Schätzungen der Gesamteinnahmen reichen gar bis 400 Millionen Dollar.

100 Dollar für Pay-per-View in den USA

„HBO trommelt für beide Kämpfe“, widerspricht Klitschko-Manager Bernd Bönte dem Eindruck, sein Schützling gehe im medialen Ballyhoo gegen Mayweather unter. Doch der amerikanische Bezahlsender unterscheidet sehr wohl: Den Kampf des Ukrainers darf jeder Abonnent sehen.

Für das Duell Mayweathers mit Pacquiao muss der HBO-Kunde 100 Dollar im Pay-per-View-Verfahren berappen. In Skandinavien sind es 70 Euro. In Deutschland verlangt der Pay-TV-Sender Sky eine Extragebühr von 20 Euro. Klitschko gibt es dagegen am Sonntagmorgen von 4.20 Uhr an kostenlos bei RTL.

„Pay per View ist für besondere Attraktionen reserviert. Eine solche ist der Klitschko-Kampf nicht“, erklärt Boxmanager Wilfried Sauerland vom Berliner Konkurrenzstall. Für Mayweather will der 75-Jährige in seiner südafrikanischen Wahlheimat noch vor dem Morgengrauen aufstehen. „Für Klitschko mach ich das nicht. Den Kampf werde ich aufzeichnen“, sagt Sauerland senior.

Klitschkos Kampf in 150 Ländern

Klitschko zeigt trotz erdrückender Konkurrenz Großmut: „Ich freue mich, dass so ein Event mit so viel Aufmerksamkeit und so viel Geld im Boxsport passiert.“ Fraglos würde auch er gern in den Genuss eines solchen Geldregens kommen.

Sein Manager hat für das eigene Lager aber einen entscheidenden Vorteil ausgemacht. „Wladimir können 60 Millionen HBO-Abonnenten regulär sehen. Außerdem wird der Kampf in 150 Ländern gezeigt. Beim Mayweather-Kampf geht man von drei Millionen Pay-per-View-Kunden aus“, betont Bönte.

Multimillionär Klitschko kann von den 150 Millionen Dollar, die allein Mega-Hyper-Superstar Maywaether kassiert, nur träumen. „Neid kommt da überhaupt nicht auf“, sagt Bönte. „Als Wladimir mit dem Kampf gegen David Haye im britischen Per-per-View gezeigt wurde, war er auch sehr erfolgreich.“

In diese TV-Sondervergütung will der 39-jährige Klitschko erneut vordringen. Nach dem eingeplanten Sieg über Jennings könnte es soweit sein. Im Gespräch sind der amerikanische WBC-Weltmeister Deontay Wilder (33 Siege, 32 K.o.) und der Brite Tyson Fury (24 Siege, 18 K.o.). An Moneymaker Mayweather reichen sie aber allesamt nicht heran.