Leichtathletik

Goldwerfer Harting erwägt Verzicht auf WM-Start in Peking

„Das Knie kennt keine Uhr.“ – Nach seinem Kreuzbandriss will sich der Diskus-Olympiasieger nicht unter Druck setzen lassen. Der dreimalige Weltmeister hat vielmehr ein anderes Fernziel vor Augen.

Foto: Bernd Thissen / dpa

Diskus-Olympiasieger Robert Harting hat nach seinem Kreuzbandriss noch keinen konkreten Comeback-Zeitpunkt im Visier. „Ich möchte mir nicht durch einen Pflichttermin zeitlichen Druck aufbauen“, sagte der Berliner. „Das Knie kennt keine Uhr“, sagte Harting dem Fachmagazin „Leichtathletik“.

Mit seiner großen Medaillensammlung im Rücken konnte Harting die Rekonvaleszenz gelassener angehen. „Mich hat das alles generell schon verändert. Ich bin etwas fröhlicher. Ich werde auf jeden Fall anders zurückkommen. Man wird immer feingeistiger, von Aufgabe zu Aufgabe“, sagte der 30-Jährige, der die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro als Fernziel nach wie vor auf dem Zettel hat.

„Fühle mich wie im Kindergarten“

Momentan übt sich der dreimalige Weltmeister nach der dritten Knieverletzung in Geduld, es gibt noch Probleme bei der Beweglichkeit: „Ich habe jetzt schon die Erfahrungen aus den ersten beiden, dass man nichts erzwingen kann.“

Bei den Weltmeisterschaften in Peking (29. August bis 6. September) will er nicht um jeden Preis starten: „Es wäre schon schön. Ob es realistisch ist, kann ich erst in fünf oder sechs Wochen sagen.“

Harting hatte im September einen Riss des vorderen Kreuzbandes und des Innenbandes erlitten. Nun arbeitet er in der Reha: „Man fühlt sich so, als ob man irgendwie im Kindergarten ist und ein kleines Kind bei sich hat, das immer etwas anderes machen will. Und so ist es jetzt quasi mit meinem linken Unterschenkel.“