Berlin-Liga

Lichtenberg-Spieler nach Massenschlägerei im Krankenhaus

Beim Spiel zwischen dem Berliner SC und Sparta Lichtenberg (2:2) prügelten sich 50 Zuschauer und Spieler auf dem Hubertussportplatz. Auch ein Messer war im Spiel.

Foto: Mehmet Dedeoglu

Beim Spiel der Berlin-Liga zwischen dem Berliner SC und Sparta Lichtenberg (2:2) ist es am Sonntagmittag an der Hubertusallee zu einer Massenschlägerei mit einem Schwerverletzten gekommen. Kurz nach Abpfiff liefen mehrere Zuschauer auf den Hubertussportplatz und attackierten Spartas Spieler Steven Dei-Kwarteng.

„Der eine hat eine Jacke geöffnet, da kam eine Waffe zum Vorschein“, erzählte Sparta-Coach Dragan Kostic der „Fußball-Woche“. Bei den vermeintlichen Angreifern soll es sich um Angehörige eines BSC-Spielers handeln. Anschließend gab es eine Rudelbildung mit 40 bis 50 Zuschauern und Spielern, die sich minutenlang beschimpften und schubsten.

Dennoch schien sich die Situation nach wenigen Minuten wieder zu beruhigen. Kurz darauf eskalierte sie jedoch erneut, als Dei Kwarteng auf jene Zuschauer losging, die ihn zuvor angegriffen hatten.

Polizei war mit sechs Beamten vor Ort

Bei der anschließenden Schlägerei erlitt der Spieler angeblich einen Tritt an den Kopf. „Er hat sich die Augenhöhle und das Jochbeim gebrochen. Die Nase muss gerichtet werden, und ein Sehmuskel ist eingeklemmt“, sagte Kostic der „Fußball-Woche“.

Gegenüber der „Berliner Morgenpost“ wollte eine Polizeisprecherin den Vorfall in dieser Dramatik nicht bestätigen. Demnach war die Polizei nach Spielschluss um 14.30 Uhr mit sechs Beamten angerückt.

„Zwei Spieler sind aneinandergeraten, der eine wurde mit Schwellungen im Gesicht und einer Schnittverletzung zur ambulanten Versorgung ins Krankenhaus gebracht“, sagte die Sprecherin. Ermittelt werde nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung gegen drei Personen.

Sparta-Coach Kostic bedauerte, dass kein Ordner des Vereins eingegriffen habe. Die Schiedsrichter können zu dem Vorfall nichts mehr sagen: Das Gespann verschwand sofort nach dem Spiel in der Kabine.

Bereits auf dem Platz war es zuvor hektisch zugegangen: Der Berliner SC kassierte zwei Platzverweise und erzielte erst kurz vor Abpfiff in Unterzahl den 2:2-Ausgleich.

Nach dem Unentschieden verbleibt Sparta Lichtenberg mit 27 Punkten auf Abstiegsplatz 17, der Berliner SC liegt mit vier Punkten Vorsprung auf Rang 12. Für BSC-Coach Martin Maslowski ist das Spiel aber noch nicht erledigt. „Wir werden das analysieren und Konsequenzen ziehen“, sagte er der „Fußball-Woche“.

Auf der Homepage des Berliner SC findet sich im Spielbericht ein kurzes Statement: „Nach Spielende kam es dann zu Tumulten auf dem Platz. Die Polizei musste gerufen werden, und ein Lichtenberger Spieler kam leider ins Krankenhaus. An dieser Stelle natürlich gute Besserung von uns.“