Tischtennis

Drei Spiele in drei Tagen für ein Turnier in Bangkok

Der TTC Eastside steht vor einem richtungsweisenden Wochenende. Am Freitag gegen Metz, tags darauf gegen Essen und am Sonntag in Busenbach: in Champions League und Bundesliga werden Weichen gestellt.

Foto: Reinhard Eisenbauer / pA/

Wer keine sportlichen Herausforderungen mehr hat, schafft sich welche. Die Tischtennisspielerinnen des TTC Eastside scheinen dieses Motto zu verfolgen. Sie sind Spitzenreiter in ihrer Champions-League-Gruppe B und ebenso in der Bundesliga. Aber sie setzen für eine Reise nach Thailand einiges aufs Spiel - indem sie am kommenden Wochenende gleich drei wichtige Partien absolvieren und dabei große Reisestrapazen auf sich nehmen.

Nur in Metz verloren

Den Anfang macht am Freitag (19.30 Uhr, Paul-Heyse-Straße) der internationale Vergleich mit Metz TT. Das Hinspiel in Frankreich hat Eastside verloren, es war die bisher einzige Saisonniederlage. Unterliegt der TTC aber erneut und dies gar mit 0:3, ist das Halbfinale der Champions League vermutlich passé. Tags darauf bestreiten die Berlinerinnen im Schulzentrum Ost im 130 Kilometer entfernten Pasewalk (19 Uhr) ihr Bundesliga-Heimspiel gegen den Tabellenzweiten Tusem Essen, also eine wichtige Partie im Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Dieses Spiel kann durchaus drei bis vier Stunden dauern. Aber danach geht die wilde Fahrt erst richtig los.

Anschließend reist die Mannschaft per Bus Richtung Baden-Württemberg, genauer gesagt zum Punktspiel beim Tabellenvierten TV Busenbach. Das liegt bei Karlsruhe, gut 800 Kilometer muss die Mannschaft von Pasewalk kommend zurücklegen. Am Sonntag um 14 Uhr sollen Shan Xiaona, Georgina Pota, Petrissa Solja und Kristin Silbereisen an der Platte stehen. Wie fit sie dann sind, kann man sich ausrechnen. Und man kann sich vorstellen, dass sich auch der TV Busenbach gegen den ansonsten unschlagbaren Konkurrenten etwas ausrechnet.

Experiment kann den Klub teuer zu stehen kommen

Grund für die Terminhatz ist ein Turnier am 14. Dezember in Bangkok, die Grand Finals des Weltverbandes ITTF. Die Ungarin Pota sowie die Deutschen Shan und Solja sollen in Thailand für ihre Nationalteams an den Start gehen. Dafür musste das Spiel in Busenbach vorgezogen werden. „Die Mannschaft hat sich darauf verständigt“, erklärt TTC-Präsident Alexander Teichmann, „wenn wir die drei Spiele gewonnen haben, war alles richtig, wenn nicht, war alles falsch.“ Für den Verein kam als Argument hinzu, dass durch den verschärften Rhythmus sogar Kosten gespart werden. Die Spielerinnen trainieren in Düsseldorf oder Budapest und müssen nun einmal weniger eingeflogen werden. Doch das Experiment kann den Klub auch teuer zu stehen kommen.

Metz TT hat schon bewiesen, Eastside schlagen zu können. „Auch Essen war immer ein schwerer Gegner“, weiß Teichmann, „die können uns gefährlich werden.“ Zumal Tusem in Nadine Bollmeier anders als andere Bundesliga-Kontrahenten eine sehr starke Spielerin im unteren Paarkreuz aufbieten kann. Sie ist in dieser Saison noch ungeschlagen. Ganz wohl ist Teichmann nicht bei der Reiseplanung, aber er verlässt sich auf die Erfahrung seines Teams, das im Vorjahr alle Wettbewerbe gewann. „Alle wissen, dass es nicht einfach wird, alle werden deshalb besonders konzentriert rangehen“, glaubt er. Er hofft auf maximale Ausbeute. Auch wenn dies eine große Herausforderung wird.