DFB-Pokal

Viktoria nimmt DFB-Pokal als gutes Zeichen für die Liga

Die Niederlage gegen den Bundesligisten Eintracht Frankfurt betrachten die Berliner dennoch als eine verpasste Chance. Gerade in der zweiten Halbzeit schien einiges möglich für den Außenseiter.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Sie konnten lächeln, doch das kostete Überwindung. Entsprechend gequält sah das Gesicht von Sebastian Huke aus, bei Ümit Ergirdi ganz genauso. Beide zuckten oft mit den Schultern, als sie erklären sollten, wie sie sich nach dem 0:2 gegen Eintracht Frankfurt fühlten. „Wir sind mehr enttäuscht als stolz“, sagte Stürmer Huke vom FC Viktoria 1889.

Es gehört schon etwas dazu, um das als Regionalligist nach einer Partie gegen einen Bundesligisten behaupten zu können. Und die Berliner leisteten auch einiges in der Erstrundenpartie des DFB-Pokals, der Favorit musste sich ordentlich strecken. Nach anfänglicher Nervosität riskierte Viktoria eine Menge, ließ den Ball selbstbewusst laufen und brachte Eintracht in Bedrängnis. „Wenn man sieht, dass man die Möglichkeit hat zu gewinnen oder zumindest in die Verlängerung zu kommen, ist das einfach ärgerlich“, so Huke. Chancen waren da in einer offenen zweiten Halbzeit, nur konnten die Berliner sie nicht nutzen.

Aber was soll’s? „Wir haben den Verein sehr gut repräsentiert“, erzählte Trainer Thomas Herbst. Alle Frankfurt-Fans konnten das nicht von sich behaupten, eine kleine Gruppe soll in Kreuzberg in der Nacht noch eine Auseinandersetzung, die mit hohem Sachschaden endete, angezettelt haben. Unwichtig für Viktoria, für den Klub zählte nur der gelungene Auftritt nach 61 Jahren Pokalabstinenz. „Jetzt heißt es, zwei Tage das gute Spiel genießen, nicht das Ergebnis, und dann Kräfte mobilisieren. Am Freitag wollen wir drei Punkte gegen Dynamo“, so Kapitän Ergirdi, der sein Team auf Augenhöhe mit den Hessen sah. Die Berliner nehmen das als gutes Omen für die Liga mit.

Duell mit dem BFC Dynamo steht bevor

Die ist natürlich viel wichtiger. „Da haben wir was vor“, so Huke. Mit dem BFC Dynamo kommt Freitag in Lichterfelde ein Klub vorbei, an dem sich diese Aussage gut messen lässt. Die Hohenschönhauser wollen sich hinter Hertha BSC und dem 1. FC Union als drittes Zugpferd des Berliner Fußballs etablieren. Doch noch steht Viktoria genauso wie der BAK diesem Vorhaben im Weg.

Das Gerede von der dritten Kraft ist schon seit Jahren zu hören, immer wieder stimmt ein anderer Klub es an, ohne jedoch dauerhaft etwas erreichen zu können. Bei Viktoria geht es gelassener zu. „Wir sehen uns da in gar keinem Wettkampf, wir wollen unterhalb der beiden Profivereine gute Arbeit abliefern mit Nachhaltigkeit, Kontinuität und Zuverlässigkeit“, sagt Präsident Christoph Schulte-Kaubrügger. Er ist stolz darauf, dass das zuletzt so gut funktioniert hat. So soll es weitergehen. Am besten mit einem Platz im oberen Drittel der vierten Liga. Dann wären bei Viktoria alle uneingeschränkt glücklich.