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Warum die Berlin Adler Erfolgstrainer Kuci entlassen haben

Vor nicht einmal zwei Wochen gewann Kim Kuci mit den Berlin Adlern den Eurobowl. Doch nun wurde der Cheftrainer entlassen. Warum, darüber ist sich der 40-Jährige nicht im Klaren.

Foto: Thomas Haumer / picture alliance / Thomas Haumer

Nach der höchsten Niederlage für die Berlin Adler seit der Gründung der German Football League (GFL), dem 7:56 in Braunschweig am vergangenen Sonntag, hatte Cheftrainer Kim Kuci noch angekündigt: „In der nächsten Woche werden wir wieder deutlich besser aufgestellt sein.“ Nun trifft der Eurobowl-Sieger an diesem Sonntag (15 Uhr) im Jahn-Stadion auf die Kiel Baltic Hurricanes. Aber so wird Kuci das sicher nicht gemeint haben: Er ist dann gar nicht mehr im Amt. Der Verein teilte ihm mit, dass die Zusammenarbeit beendet sei.

Keine Gründe genannt

Kuci, in Berlin aufgewachsener Sohn einer Deutschen und eines Montenegriners, spricht von einem „sehr, sehr harten Schlag. Ich gehe schweren Herzens“. Genaue Gründe für seine Entlassung habe man ihm nicht genannt. Erst im vergangenen Herbst hatte ihn beim Lokalrivalen Berlin Rebels das gleiche Schicksal ereilt. Um so mehr hatte sich der 40-Jährige in seine neue Aufgabe gestürzt: „Das ist eine riesige Chance für mich.“

Sportliche Gründe dürften kaum den Ausschlag gegeben haben. In der GFL siegten die Adler in vier von sieben Spielen, obwohl sie fast immer auswärts antreten mussten. Und vor zwei Wochen gewannen sie im Jahn-Stadion den Eurobowl, die wichtigste Trophäe im europäischen Football. Ausgerechnet gegen die New Yorker Lions Braunschweig, denen sie eine Woche darauf so hoch unterlagen. Aber da fehlte auch ein gutes Dutzend wichtiger Spieler.

Schlechte Kommunikation mit dem Trainerstab

Wenn diese Niederlage nicht den Ausschlag gab und auch die Stimmung in der Mannschaft gut war – was lief dann falsch? Angeblich soll die Koordination mit dem Trainerstab nicht funktioniert haben. „Das war eine der Ebenen, wo unterschiedliche Auffassungen bestanden, aber auch bei der Ausrichtung des Vereins“, sagte Adler-Vizepräsidentin Diana Hoge, „es passte leider nicht – obwohl Kim Kuci ein toller Trainer ist. Wir mussten im Sinne des Vereins handeln. Das ist auch uns sehr schwer gefallen.“

Gegen Kiel wird nun der neue sportliche Direktor Eric Schramm das Sagen haben, assistiert wie bisher Kuci von Johnny Schmuck (Offense Coordinator) und Jag Bal (Defense Coordinator).