Badminton

Empor Brandenburger Tor zieht sich aus Bundesliga zurück

Drei Jahre lang waren sie die Nummer eins im deutschen Badminton. Doch nun zieht sich EBT Berlin aus der Bundesliga zurück. Der Verein will zukünftig vor allem die Nachwuchsarbeit forcieren.

Foto: Adrian Bradshaw / pa/dpa

An mangelndem Erfolg liegt es sicher nicht. Auch nicht an Schulden, die den Verein zum Rückzug zwingen, beharrt Manfred Kehrberg, neu gewählter Vorsitzender der SG Empor Brandenburger Tor Berlin: „Wir haben immer nur das Geld ausgegeben, das wir auch haben.“ Trotzdem hat der Verein entschieden, in der nächsten Saison auf seinen Platz in der 1. Badminton-Bundesliga zu verzichten. „Wir setzen neue Schwerpunkte“, sagt Kehrberg: „Die Nachwuchsarbeit zu intensivieren und unsere knappen Ressourcen zu konzentrieren.“

In dieser Saison hatten die Berliner das Play-off als Tabellenfünfter verpasst, aber in den drei Jahren zuvor waren sie jeweils Deutscher Meister geworden. „Wir sind einer der erfolgreichsten Vereine in Deutschland“, sagt der Vorsitzende stolz. Nur: Wahrgenommen wurde es in der Öffentlichkeit kaum, was die rund 200 Badmintonspieler des insgesamt 1000 Mitglieder starken Klubs erreichten.

Das bekannteste Gesicht war die zweimalige Olympia-Teilnehmerin Juliane Schenk, aber sie trat nach Streitigkeiten mit dem deutschen Verband sowohl in der Nationalmannschaft als auch in der Liga 2013/14 nicht mehr an. Das war sportlich nicht aufzufangen. Und andere EBT-Akteure wie Lotte Jonathans oder Ville Lang sind außerhalb der Badminton-Szene Nobodies. Jedenfalls in Berlin, das an erfolgreichen Sport-Teams mehr zu bieten hat als jede andere Stadt.

Ein Comeback scheint nicht ausgeschlossen zu sein

Ändern ließe sich das nur mit professionellen Strukturen, einem hauptamtlichen Management, einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit, doch dazu fehlen die finanziellen Mittel. „Wir sind ausschließlich ehrenamtlich strukturiert“, sagt Kehrberg. Er war bisher für die Badminton-Abteilung zuständig, übergibt diese Aufgabe aber zum Saisonende an Bastian Zimmermann. Einen Abschied für immer vom Topsport muss der aktuelle Rückzug nicht bedeuten. Die bisherige zweite Mannschaft hat sich den Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord erkämpft und wird diesen wahrnehmen. Und später? Kehrberg sagt: „Wir haben einen starken Nachwuchs.“ Da klingt leise durch: Comeback nicht ausgeschlossen.