Hockey

Brite soll den Berliner HC auf Erfolg trimmen

Seit Jahren hatten sich die Bundesligaspieler des BHC einen hauptamtlichen Trainer gewünscht. Zum 1. Juni erfüllt der Verein diesen Wunsch. Mit Matthew James Hetherington bekommt der Klub erstmals einen Sportdirektor.

Foto: Berliner Hockey Club

Der Mann, der den Berliner Hockey-Club zu neuen Höhen führen soll, scheint ein Faible für eine etwas andere Sportart zu haben. Jedenfalls gibt er als sein Lieblingsbuch „Winning“ der englischen Rugby-Legende Clive Woodward an, und in seinem Lieblingsfilm „Invictus“ geht es ebenfalls um den Kampf harter Männer um ein Leder-Ei. Das mag aber auch daran liegen, dass in Britannien, der Heimat von Matthew J. Hetherington, Rugby einen viel höheren Stellenwert genießt als hierzulande.

Er selbst hat allerdings eine Hockey-Vergangenheit – und Gegenwart. Der heute 33-jährige Hetherington war englischer Nationalspieler und in der deutschen Bundesliga ebenso wie in der sehr starken holländischen Hoofdklasse aktiv, bis ihn eine schwere Verletzung zum Karriereende als Spieler zwang. Seitdem ist Hetherington als Trainer und sportlicher Leiter kreuz und quer durch Europa unterwegs. Und heuert nun zum 1. Juni beim BHC als Sportdirektor an. „Wir möchten eine übergeordnet gesteuerte Entwicklung des Vereins, insbesondere in der Jugendarbeit“, sagt Klub-Präsident Michael Stiebitz.

Hetherington soll für alles zuständig sein: koordinierend für die ohnehin erfolgreiche BHC-Jugend, aber auch für die Bundesligateams der Frauen und Männer. Nach dem jetzigen Stand wird er das Männer-Team, 2012 Deutscher Meister, selbst coachen. Das hatte in der noch laufenden Saison Sebastian Zippel getan, der allerdings beruflich stark eingespannt ist. Bei den Frauen, Deutscher Meister 2013, schaut er am Wochenende zu, wenn sie in Den Bosch versuchen, den Europapokal zu gewinnen.

Olympiasieger Häner ist begeistert von dem neuen Mann

Einer, der sich auf den neuen Sportdirektor schon freut, ist Martin Häner. „Ich glaube, das ist richtig gut für den Verein“, sagt der Olympiasieger, „wir haben ja schon lange einen hauptamtlichen Mann haben wollen.“ Er war bei dem ersten Treffen dabei und habe Hetherington als einen „jungen Trainer mit Visionen“ kennen gelernt. „Wir wollten jemanden, mit dem man sich als Mannschaft entwickeln kann.“

Der Kontakt zum Engländer wurde über den ehemaligen BHC-Spieler Maik Günther geknüpft. Der hatte Hetherington als Trainer von Atletico San Sebastian erlebt, wo der 33-Jährige seit 2009 bis jetzt tätig ist. Auch in Deutschland (Frankfurt, Köln, Dürkheim) hat er schon als Coach gearbeitet.

Die Trainerausbildung steht künftig im Mittelpunkt

Besonderes Augenmerk will Hetherington beim BHC seinen Kollegen widmen. „Das Training der Trainer ist deutlich wichtiger als das der Spieler“, wird er in einer Mitteilung des Klubs zitiert. „Denn je besser der Trainer ist, desto besser wird auch sein Spieler. Ich wechsele mit dem Ziel nach Berlin, die besten Hockeytrainer Deutschlands zu entwickeln.“ Wenn nebenbei der eine oder andere deutsche Meistertitel abfallen würde, hätten sie bei seinem neuen Arbeitgeber sicher auch nichts dagegen einzuwenden.