Diskus-Olympiasieger

Harting unterstellt DOSB-Spitze „mafiöse Strukturen“

Mit einer neuen Lotterie will er den Sportlern endlich mehr Fördergelder besorgen, doch von den Funktionären gibt es viel Gegenwind. Über zwei Leute ärgert sich der Berliner dabei besonders.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Diskus-Olympiasieger Robert Harting hat deutschen Spitzenfunktionären mit drastischen Worten vorgeworfen, seine geplante Sportlotterie verhindern zu wollen. „Ich schäme mich als Leistungssportler und Olympiasieger für solche mafiosen Strukturen“, sagte der Weltmeister in einem „FAZ“-Interview.

„Am Anfang wurden wir belächelt, in der mittleren Phase schickte man uns mit Politikerdeutsch auf den Heimwg. In der dritten Runde sind wir beschimpft worden – wie wir es wagen könnten, ohne den DOSB solch ein Unternehmen aufzubauen“, sagte Harting im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Zu möglichen Gründen sagte Harting: „Ich vermute, die Grundlage ist Neid. Angst spielt eine Rolle, Angst, die Steuerung zu verlieren.“

Dabei griff der 29-Jährige direkt den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) an. „Wir haben Informationen, dass der DOSB und die Lottoverbände Druck auf die LSB (Landessportbünde, Anm. d. Red.) machen“, sagte Harting weiter und benannte dabei explizit die DOSB-Vizepräsidenten Walter Schneeloch und Hans-Peter Krämer sowie Generaldirektor Michael Vesper: „Die Gruppe um Vesper hat sich vorgenommen, wenn sie schon nicht dabei sein können, das Sportlotto zu verhindern.“ Schneeloch und Krämer wiesen in der „FAZ“ die Vorwürfe zurück, Vesper war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

30 Cent von jedem Euro an Sportler

Bereits Ende März hatte DSL-Geschäftsführer Gerald Wagener davon gesprochen, dass „einzelne Teile des Deutschen Olympischen Sportbundes und des Deutschen Lottoblocks“ Lobbyarbeit gegen die neue Lotterie betreiben würden. Derzeit bewirbt sich die DSL um eine Lizenz.

Dank der neuen Zahl- und Farbenlotterie soll es den deutschen Spitzenathleten wieder besser gehen. Ein Los für die wöchentliche Ziehung kostet 2,50 Euro. Von jedem Euro, der reinkommt, sollen mindestens 30 Cent an die Sportler gehen. Ziel ist es, die Grundförderung der deutschen Athleten von jetzt 300 auf rund 1000 Euro anzuheben. Als Vorbild dient der DSL Großbritannien.