Frauen-Fußball

Turbine Potsdam zieht ins Viertelfinale der Champions League

Turbine Potsdam steht nach dem „Wunder von Lyon“ im Viertelfinale der Champions League. Selbst Trainer-Urgestein Bernd Schröder konnte den Erfolg gegen den Favoriten Olympique Lyon kaum fassen.

Foto: Oliver Mehlis / dpa

Kaum einer hätte noch einen Cent auf das Weiterkommen von Turbine Potsdam im Achtelfinale der Champions League gewettet. Fast alle Experten haben den französischen Meister und Pokalsieger Olympique Lyon bereits eine Runde weiter gesehen.

Doch die blutjunge Truppe von Trainerfuchs Bernd Schröder (71) hat sich nicht beeindrucken lassen, stattdessen bis zum Umfallen gekämpft und die Sensation perfekt gemacht. Mit 2:1 (1:1) hat Turbine am Donnerstagabend im Stade de Gerland den Spieß gegen Lyon nach der 0:1-Pleite im Hinspiel in Potsdam gedreht.

„Wir hatten den Mädels immer wieder eingeimpft, dass Turbine Geschichte schreiben kann, dass wir in der Lage sind, auch gegen große Gegner Spiele zu drehen, wenn wir nicht aufgeben, an uns glauben und bis zum Umfallen kämpfen“, erklärte der Co-Trainer Dirk Heinrichs. „Wahnsinn: Jung und frech kommt weiter und lässt sich auch nicht von großen Namen beeindrucken“, schwärmte er.

Kapitän Stefanie Draws schaltete am Schnellsten

Dabei hatte sich der französische Serienmeister schon auf der Siegerstraße gesehen. Nach 12 Spielminuten hatte Camille Abily nach Vorlage ihrer Schweizer Mannschaftskollegin Lara Dickenmann das 0:1 für Lyon markiert. „So paradox, wie das vielleicht klingen mag: Das war für uns ein Glücksfall“, meinte Heinrichs. Denn danach hätten die Französinnen einfach den Turbo abgeschaltet und Turbine kommen lassen. „Das haben wir uns nicht zweimal sagen lassen und das Zepter in die Hand genommen“, analysierte Heinrichs.

Kapitän Stefanie Draws schaltete am Schnellsten. Noch vor der Halbzeitpause glich sie per Kopf in der 33. Minute aus. „Danach haben wir voll auf Sieg gespielt und sind auch belohnt worden.“ Die Norwegerin Maren Mjelde verwandelte eiskalt einen Handelfmeter. „Hut ab vor dieser Mannschaftsleistung“, betonte Heinrichs. „Wir hatten Glück, Verstand und eine gute Tagesform“, fügte Schröder an.

Jetzt will Turbine mehr. „Wenn man in der Champions League antritt, will man natürlich auch nach dem Pokal greifen“, erklärte der 71-Jährige. Wenn man einen europäischen Topklub wie Lyon im Achtelfinale ausschalten kann, dann müsste in dieser Saison eigentlich noch mehr gehen, hofft Schröder.

Die Auslosung fürs Viertelfinale findet in der kommenden Woche statt. Im Topf sind unter anderem noch Titelverteidiger VfL Wolfsburg, Arsenal LFC, gegen die Turbine in der Vorsaison im Achtelfinale ausgeschieden ist, und der FC Barcelona.