Strandhalle

Berlin hat nun Europas größte Beachvolleyball-Halle

Die WM-Dritten Jonathan Erdmann und Kay Matysik haben in Berlin eine neue riesige Strandhalle eröffnet. Sie bietet Platz für bis zu neun Beachvolleyfelder. Die Profis werden ab und zu vorbeischauen.

Foto: Malte Christians / dpa

Prominente Gäste bei der Eröffnung einer neuen großen Beachhalle in Berlin: Die WM-Dritten Jonathan Erdmann, 25, und Kay Matysik, 33, haben am Sonnabend mit einigen Showspielen in Marienfelde den „South Beach Berlin“ eingeweiht.

Bis zu neun Spielfelder finden in In der nach Angaben der Eigentümers größten Beachvolleyball-Halle Europas Platz. 70 Meter lang ist sie und 35 Meter breit, eine über elf Kilometer lange Fußbodenheizung wärmt. „Es ist schön, dass man unseren Sport in den Dimensionen auch in der Halle betreiben kann“, sagte Matysik, der in dem ehemaligen Fabrikgebäude am Trachenbergring 85 nach Saisonende auch einige Lehrgänge für Jedermann anbieten will, vor der Eröffnung. Die Mietpreise liegen bei 20 bis 36 Euro pro Stunde.

Erdmann/Matysik wollen die Halle im Süden Berlins ab und an auch als Trainingsstätte nutzen. „Solche Hallen sind die Grundlage für uns Beachvolleyballer im Winter“, betonte Erdmann. Hauptstandort für das Gespann bleibe aber das Sportforum in Hohenschönhausen. Der 33-jährige Matysik, deutscher Meister 2012, plant auch, einige Beachvolleyball-Lehrgänge für Jedermann zu unterstützen.

Der Geschäftsführer des „South Beach Berlin“, Gabor Neumann, zeigte sich bei der Eröffnung begeistert. „Vor sechs Wochen war das noch eine karge Industriehalle“, sagte er. „Im Süden Berlins gab es bisher keine Beachvolleyball-Halle, diese Lücke wollten wir mit dem 'South Beach Berlin' schließen.“

Schon knapp 60.000 Euro Preisgeld eingespielt

Das Berliner Duo steht derzeit in der deutschen Beachvolleyball-Rangliste auf Rang eins. Nächstes Ziel der Beiden: der Grand Slam in Sao Paulo (9. bis 13. Oktober). „Es war bisher eine durchmischte Saison für mich“, bemerkte Abwehr-Spezialist Matysik, den eine hartnäckige Schulterblessur am Ende des Sommer gebremst hatte.

Erdmann/Matysik verloren durch die Verletzungspause kampflos den deutschen Titel an die Hamburger Markus Böckermann und Mischa Urbatzka. Auch den letzten europäischen Grand Slam in Moskau mussten sie auslassen. Kurzfristig hat der Weltverband FIVB auch noch das Turnier in Peking abgesagt, die Tickets waren schon gebucht. „Ein Riesen-Minusgeschäft“, sagt Matysik verärgert. Jetzt müssen andere Flüge für Anfang Oktober nach Sao Paulo und danach zum Ersatz-Grand-Slam nach Xiamen (China) geordert werden.

Zum Glück hat das Duo 2013 auf der Welttour schon knapp 60.000 Euro Preisgeld eingespielt. Bronze bei der WM in Polen, dazu bei den Grand Slams zweimal Fünfte, dreimal Neunte und einmal Rang 17 – eine ordentliche Zwischenbilanz. „Ein paar mehr Halbfinals wollten wir eigentlich erreichen“, meint der 33 Jahre alte Matysik dennoch kritisch.

Auch um die Prämien aus dem Sponsorenpool des Weltverbandes FIVB zu kassieren, muss das Duo im Herbst noch die zwei langen Reisen auf sich nehmen. Ansonsten gäbe es Abzüge.„Jetzt haben wir die Chance, die Saison abzurunden“, meint Matysik dazu. Dank Sponsoren, Bundeswehr und Verband lag der Saisonetat bei insgesamt 130.000 Euro.

Erst einmal ab nach Teneriffa

Trotz der tollen neuen Halle in Berlin, erwägt der diplomierte Betriebswirt Matysik gemeinsam mit seinem 25 Jahre altem Partner Erdmann für kommende Woche nochmals die Flucht aus dem nasskalten Berlin nach Teneriffa. Dort wohnt ihr spanischer Trainer Danny Wood, dort könnten sie optimal für den Jahresabschluss in Brasilien und China üben.

Das Terminchaos der FIVB hat die Saison noch einmal verlängert, einen für Ende Oktober geplanten Lehrgang bei der Bundeswehr müssen die beiden Sportsoldaten nach hinten verschieben – zulasten ihres Urlaubs. Denn schon Ende November wollten sie mit der Vorbereitung auf das Beachvolleyball-Jahr 2014 beginnen – die startet dann aber auf jeden Fall in der Halle.