Rudern

Weltmeisterliche Krönung für ein Jahr ohne Niederlage

Die Berlinerinnen Britta Oppelt und Julia Richter führen den Doppelvierer in Südkorea zum Titel. Bei der Siegerehrung sind die Damen sichtlich bewegt von ihrem großen Erfolg.

Foto: Jeon Heon-Kyun / dpa

Der Siegersteg wurde zur Tanzfläche. Als der Welthit „Gangnam-Style“ des südkoreanischen Rappers Psy erklang, waren alle Anstrengungen mit einem Mal vergessen. Dekoriert mit Gold entzückten die neuen und alten Weltmeisterinnen die vielen Fotografen mit einer kleinen Tanzeinlage. Schon die Medaillenvergabe wenige Minuten zuvor hatte bei der Berliner Schlagfrau Britta Oppelt (35) für große Gefühle gesorgt: „Das Erlebnis, auf dem Podest in der Mitte zu stehen und die Nationalhymne zu hören, ist mit Worten nicht zu beschreiben. Das ist wahnsinnig schön.“

Ein Jahr nach dem zweiten Platz bei den Olympischen Spielen von London ist der Doppelvierer wieder das Maß aller Dinge. Beim souveränen Start-Ziel-Sieg in Südkorea ließ das in diesem Jahr ungeschlagene Team der Konkurrenz aus Kanada und Polen nicht den Hauch einer Chance. Im Ziel betrug der Vorsprung mehr als eine Bootslänge. Den fast perfekten Auftritt auf dem Tangeum-See von Chungju wertete die Leipzigerin Annekatrin Thiele als Indiz für gewachsenen Teamgeist: „Wir sind ja so etwas wie die alten Hasen und können uns aufeinander verlassen.“ Sichtlich bewegt nahmen Oppelt und Thiele sowie ihre Teamkolleginnen Carina Bär (Heilbronn) und Julia Richter (Berlin) die Goldmedaille entgegen „Die Taktik ist aufgegangen. Das war ein souveränes und stabiles Rennen“, sagte Cheftrainer Marcus Schwarzrock.

Männer stellen Rang zwei sicher

Die Hoffnungen des Männer-Doppelvierers auf einen neuerlichen Coup erfüllten sich jedoch nicht. Anders als vor einem Jahr im Kampf um olympisches Gold mussten sich Schlagmann Tim Grohmann aus Dresden und seine Mitstreiter diesmal den Kroaten geschlagen geben. Das sehenswerte Finish des Teams konnte den Sieg Kroatiens zwar nicht gefährden, stellte aber in dem engen Rennen immerhin Rang zwei hinter den aufkommenden Briten sicher. „Wir haben am Start ein bisschen was verschenkt. Dennoch war es unser bestes Saisonrennen“, befand Grohmann.

Nicht nur die Medaillen der beiden Doppelvierer sorgten bei Marcus Schwarzrock am Ende des ersten Finaltages für eine positive Sicht der Dinge. Auch der leichte Frauen-Doppelzweier hielt dem Druck stand. Das Duo Lena Müller aus Ulm und Anja Noske aus Saarbrücken belegte hinter den Favoritinnen aus Italien und den USA Rang drei. „Das war der Lohn für verdammt harte Arbeit“, kommentierte Noske. Der Chef-Bundestrainer Schwarzrock fand: „Einmal Gold, einmal Silber, einmal Bronze – damit können wir bisher zufrieden sein.“