Fußball

Ibisevic zerstört den Pokal-Traum des BFC Dynamo

Der BFC Dynamo wehrte sich tapfer, doch am Ende erreichte der VfB Stuttgart durch ein 2:0 (1:0) die zweite Runde des DFB-Pokals. Wenigstens gab es diesmal nicht die befürchteten Fan-Ausschreitungen.

Foto: Hannibal Hanschke / dpa

In diesem Moment hielten viele den Atem an. Immer länger wurde der Ball, den Kapitän Björn Brunnemann per Einwurf in den Strafraum befördert hatte. Und er landete auf dem Fuß von Christof Köhne. Das war die Chance, auf die sie gewartet hatten beim BFC Dynamo, die eine, die das Spiel verändern kann, wenn der Ball im Tor landet. Aber er knallte an den Pfosten. Ohnmächtige Rufe schallten aus dem Publikum.

Es dauerte nicht lange, bis es wieder laut wurde. Neun Minuten später traf Vedad Ibisevic zum 1:0 (40.) für den VfB Stuttgart, den Favoriten aus der Fußball-Bundesliga, der sich im DFB-Pokal mit dem Fünftligisten messen musste. Alles nahm seinen Lauf, der VfB gewann mit 2:0 (1:0). Doch die Berliner zeigten eine sehr gute Leistung gegen den Finalisten der Vorsaison in dieser Partie, die sogar eine kleine Vorgeschichte hat.

Pyro-Einlage im Gäste-Block

In einem internationalen Vergleich trafen beide Mannschaften 1981 schon mal aufeinander. Das Hinspiel endete vor 25.000 Zuschauern im Jahn-Sportpark 0:0, in Stuttgart setzte sich der VfB nach 0:3-Rückstand noch mit 4:3 durch. Diesmal kamen 9227 Zuschauer in das Stadion im Prenzlauer Berg, darunter viele Schwaben, die sich bekanntlich zahlreich dort niedergelassen haben.

Immer, wenn der BFC vor vielen Besuchern spielt, wird das auch von Sorgen begleitet. Vor zwei Jahren in der ersten Pokalrunde gegen Kaiserslautern gab es Randale, wie so oft in der Vergangenheit. „Es stand viel auf dem Spiel für uns“, sagte Brunnemann. Es blieb diesmal alles friedlich. „Das ist wichtiger als das Ergebnis und der Auftritt der Mannschaft. Wir wollten den Tag genießen und positiv gestalten. Das ist uns gelungen“, fand BFC-Trainer Volkan Uluc. Einzig eine kleine Pyro-Einlage gab es – im Stuttgarter Block. Von den BFC-Fans wurde das mit Pfiffen quittiert.

Labbadia lobt den Fünftligisten: „Aufopferungsvoll gespielt“

Obwohl der Rahmen das Bedeutendere war, auch im Spiel sorgte der BFC für ein positives Bild. „Sie haben sehr aufopferungsvoll und taktisch gut gespielt“, sagte VfB-Trainer Bruno Labbadia. Teilweise war der BFC sogar aktiver, spielte ein paar gute Angriffe und kam auch zum Abschluss. Der VfB allerdings verlor nie die Kontrolle über das Geschehen. Vielleicht hätte der Ball von Köhne Unruhe produziert. „Wer weiß, was kommt, wenn wir das Tor machen“, so Brunnemann, dessen Team gut organisiert in der Abwehr stand und nur wenig zuließ.

Aber das ist nun mal der Unterschied zwischen erster und fünfter Liga. Der VfB, für den Ibisevic einen Foulelfmeter zum 2:0 verwandelte (76.), war cool und nutzte seinen Chancen. Ein Problem hatte damit niemand. „Wir haben uns gut verkauft und können ruhig schlafen gehen“, sagte Pfostenschütze Köhne.