DFB-Pokal

Bescheidenheit war gestern beim BFC Dynamo

Der Fünftligist aus Berlin-Hohenschönhausen gibt sich vor dem Pokalspiel gegen den Bundesligisten VfB Stuttgart selbstbewusst und hat mittelfristig sogar die Dritte Liga im Visier.

Foto: Soeren Stache / pa/ dpa

Bescheidenheit, so heißt es, soll ja eine Zier sein. Die Sache des BFC Dynamo ist sie inzwischen aber nicht mehr.

Offensiv und selbstbewusst, so tritt der Berliner Fußballklub aus der fünften Liga auf, wenn es um Ansprüche und Ziele geht. Zumindest bezüglich der Hauptbeschäftigung.

Auf der Nebenbühne, dem DFB-Pokal, zeigen die Berliner schon noch etwas Demut. Was auch daran liegt, dass der Gegner am heutigen Sonntag der Bundesligist VfB Stuttgart ist (16 Uhr, Jahn-Sportpark, HIER im Liveticker der Berliner Morgenpost).

Große Chancen räumen sie sich nicht ein. „Da müsste schon alles zusammenkommen“, sagt Kapitän Björn Brunnemann. Wie man gegen Stuttgart auftreten kann, schaute sich die Mannschaft am Donnerstag an, da spielte der VfB in der Europa-League-Qualifikation in Plovdiv (1:1). „Wenn man hinten gut steht und vorn die eine Chance, die man bekommt nutzt, kann viel passieren“, sagt BFC-Manager Kevin Meinhardt.

In der Partie steckt jedoch viel mehr als allein der Reiz, dem Favoriten ein Bein zu stellen. Sie soll ein Ausblick sein, 10.000 Besucher werden erwartet. „Wir wollen diesen schlafenden Riesen nach und nach wecken“, sagt Trainer Volkan Uluc. Das soll in der Liga geschehen, in einer Liga, in die der Klub scheinbar nicht mehr passen will. „Im Moment sind wir in der Oberliga, damit müssen wir klarkommen, auch wenn wir damit nicht zufrieden sind. Der Verein gehört jetzt in die Regionalliga“, sagt Uluc mit beeindruckender Selbstverständlichkeit.

Oberliga ist nicht der Anspruch des Klubs

Fünfte Liga, das erzählen sie immer wieder, sei nicht ihr Anspruch. „Die Bedingungen, das Umfeld, die Professionalität, das ist schon Dritte Liga“, sagt Meinhardt. Mit dem Etat hebt sich der Klub ab vom Rest der Liga, über eine halbe Million Euro stehen zur Verfügung. Damit wurden neun neue Spieler verpflichtet, Philipp Haastrupp kam sogar aus der ersten niederländischen Liga. Fast alle Spieler sind Profis, können sich voll auf den Fußball konzentrieren, was in der Oberliga ungewöhnlich ist.

All das befeuert die Aufstiegsgedanken. Ebenso die Zuschauerzahlen, die beim BFC steigen, je höher er spielt. Allerdings setzen sich die Verantwortlichen auch stark unter Druck. Ein Versagen wird praktisch ausgeschlossen. So etwas kann auch hemmen. Darüber machen sie sich jetzt aber keine Sorgen. Vielleicht zeigt sich die neue Qualität des BFC ja sogar schon im Pokal.