Wasserspringen

Patrick Hausding und Sascha Klein bauen goldenen Rekord aus

Der Berliner Patrick Hausding und Sascha Klein haben bei der EM in Rostock zum sechsten Mal in Folge den Synchron-Wettkampf vom Turm gewonnen. Überraschend holte auch Tina Punzel Gold.

Foto: Hannibal Hanschke / dpa

Ein fast schon erwarteter Rekord-Erfolg und ein sensationeller Premieren-Sieg: Am vorletzten Wettkampftag der Europameisterschaften in Rostock haben die deutschen Wasserspringer mit Doppel-Gold innerhalb von zwei Stunden für Furore gesorgt. Während der sechste EM-Titel in Folge für die Turm-Synchronspringer Patrick Hausding und Sascha Klein aber niemanden wirklich verwunderte, sorgte die 17 Jahre alte EM-Debütantin Tina Punzel mit ihrem unerwarteten Triumph vom 3-Meter-Brett für großes Staunen in der Neptun-Schwimmhalle.

„Einfach gute Sprünge zeigen“

„Für mich ist das auch eine Riesenüberraschung. Es ist meine erste EM bei den Erwachsenen, ich wollte einfach gute Sprünge zeigen. Ich hatte Spaß, und dann hat es einfach geklappt“, sagte die Dresdnerin mit einer Mischung aus Freude und Ungläubigkeit. Als ihr erster internationaler Titel im spannenden Duell mit der elfmaligen Europameisterin Tania Cagnotto aus Italien feststand, vergoss die Schülerin in den Armen ihres Freundes Oliver Homuth ein paar Freudentränen.

„Ich habe ihr gesagt, dass ich tierisch stolz auf sie bin. Sie hat das gezeigt, was sie im Training schon lange drauf hat“, sagte Homuth, der vom 1-Meter-Brett Bronze gewonnen hatte. Zur Belohnung wolle er mit seiner Freundin „schön essen gehen“, Punzel selbst freute sich auf „ein Gläschen Sekt“. Die große Party muss aber noch ein paar Tage warten, denn die sechsmalige deutsche Meisterin tritt zum EM-Abschluss noch im Synchronwettbewerb vom 3-Meter-Brett an.

Können und Nervenstärke demonstriert

Bei ihrem völlig überraschenden Einzelsieg hatte Punzel Können und Nervenstärke demonstriert. Sie wählte bei ihren fünf Sprüngen mit den höchsten Schwierigkeitsgrad aller Finalteilnehmerinnen – dank durchweg sauberer Ausführungen belohnte sie sich für diesen Mut selbst.

Während Punzel erstmals das Gefühl genoss, bei der Siegerehrung ganz oben auf dem Treppchen zu stehen und die Nationalhymne zu hören, war das zwei Stunden später für Hausding und Klein fast schon Routine. Die Freude von Deutschlands besten Wasserspringern über ihren sechsten EM-Titel in Folge war zwar verhalten, aber dennoch echt.

Erwartungshaltung lastete schwer auf den Favoriten

„Wir sind sehr stolz, dass wir unsere Siegesserie fortsetzen konnten. Aber es sind jedes Mal hammerharte Wettkämpfe“, sagte Hausding, der die große Erwartungshaltung deutlich gespürt hatte: „Der Druck war tierisch groß. Aber wir haben mit sehr wenig Training eine Superleistung gezeigt.“

Die in letzter Zeit von Verletzungspech verfolgten Vize-Weltmeister setzten sich mit 4,44 Punkten Vorsprung nur knapp vor den Russen Wiktor Minibajew/Artem Schesakow durch und wissen, dass sie für die WM in einem Monat in Barcelona noch eine Schippe drauflegen müssen. „Wir werden das Programm beibehalten, aber noch hart daran arbeiten“, sagte Klein.

Angesichts der zwei Siege am vorletzten Wettkampftag hatte Bundestrainer Lutz Buschkow natürlich nichts zu meckern. „Mein Urteil kann an so einem Tag nur goldig ausfallen“, scherzte Buschkow. Vor dem Schlusstag an diesem Sonntag hat das DSV-Team damit bereits neun Medaillen (zweimal Gold, dreimal Silber, viermal Bronze) auf dem Konto.