Frauen-Bundesliga

Fußball-Spitzenpartie endet mit drei verletzten Spielerinnen

Das Ergebnis war letztlich Nebensache. Im Duell Turbine Potsdam gegen FFC Frankfurt wurden drei Spielerinnen schwer verletzt.

Das Spitzenspiel der Frauen-Bundesliga ist von drei schweren Verletzungen überschattet worden. Turbine Potsdam unterlag in einem hektischen Fußballspiel dem 1. FFC Frankfurt in der Nachspielzeit mit 1:2 (0:0).

Doch die erste Saisonniederlage für den Meister war nur Nebensache. Die Potsdamerinnen Alexandra Singer und Stefanie Mirlach sowie die Frankfurterin Fatmire Bajramaj mussten vom Platz getragen und ins Krankenhaus eingeliefert werden. Alexandra Singer erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und musste im Krankenhaus von Potsdam bleiben. Eine CT-Untersuchung bestätigte zum Glück den Verdacht auf Schädelbruch nicht.

Ihre Teamkollegin Stefanie Mirlach erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und trug eine 10 Zentimeter lange Platzwunde am Kopf davon davon. Sie konnte das Hospital allerdings verlassen.

Bei Ex-Potsdamerin Bajramaj besteht nach ersten Untersuchungen im Potsdamer Krankenhaus Verdacht auf Kreuzbandriss im Knie, der eine Zwangspause von bis zu acht Monaten nach sich ziehen könnte.

Kurz vor dem Spielende waren Singer und Mirlach zusammengestoßen, zogen sich dabei Kopfverletzungen zu. Sie wurden auf dem Rasen minutenlang behandelt. Auch das medizinische Team der Gäste half mit. Die 24-jährige Singer hatte nach Angaben von Turbine sogar kurz ihr Bewusstsein verloren, die Situation sei ernst gewesen.

Zu neunt kassierte Turbine den K.o. in der sechsten Nachspielminute durch Bajramaj, die anschließend nach einem Frustfoul der Potsdamerin Tabea Kemme schwer verletzt ausschied. Nach dem Siegtreffer skandierten Turbine-Fans „schämt euch, schämt euch“ in Richtung der Frankfurterinnen. Deren Torhüterin Nadine Angerer soll sich hinterher bei Yuki Ogimi für das Auf-Sieg-Spielen in der Nachspielzeit entschuldigt haben.

Hass zwischen den Teams

Die Vorkommnisse von Sonntagnachmittag sind der Tiefpunkt der Rivalität zwischen beiden Klubs, die inzwischen seit mehr als zehn Jahren besteht. „Der Hass zwischen beiden Teams ist wieder geschürt worden“, sagte Turbine-Coach Bernd Schröder lapidar. Der Potsdamer Trainer warf Schiedsrichterin Riem Hussein (Bad Harzburg) wenig Souveränität vor und mahnte Fairplay an. „Das hätte nicht sein müssen, wenn die Schiedsrichterin abgepfiffen hätte“, erklärte Schröder.

Fifa-Schiedsrichterin Hussein hatte die Partie nach 13-minütiger Unterbrechung nochmals angepfiffen. „Es ist alles regelkonform verlaufen“, meinte Frankfurts Manager Siegfried Dietrich, der allerdings auch nicht stolz über den Sieg sein wollte. „Es war am Ende chaotisch. Das war der schlimmste und unangenehmste Sieg in meiner Karriere, auch wenn uns die drei Punkte gut tun“, sagte Dietrich.

Die schon vorher von zahlreichen Verletzungsausfällen geschwächten Turbine-Frauen waren vor 4120 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion gegen die Hessinnen durch ein Gegentor von Kerstin Garefrekes in Rückstand geraten (58.). Die japanische Weltmeisterin Ogimi glich für die Gastgeberinnen jedoch aus (67.). Frankfurt hat mit nun neun Punkten die Tabellenführung von Potsdam (6) übernommen, hat aber auch schon ein Spiel mehr absolviert.