Sportgericht

Claudia Pechstein kassiert die nächste Abfuhr

Die Berlinerin Claudia Pechstein kämpft weiter gegen ihre Dopingsperre. Doch der Schweizer Bundesgerichtshof lehnte auch ihren neuerlichen Eilantrag ab. Für die Sportlerin heißt das, sie darf auch weiterhin nicht am Training des deutschen Eisschnelllaufverbandes teilnehmen.

Mit Ablehnungen von Eilanträgen hat Claudia Pechstein bereits in den vergangenen Monaten viel Erfahrung sammeln können. Am Dienstag erteilte das Schweizer Bundesgericht der Berliner Eisschnellläuferin, die wegen erhöhter Retikulozytenwerte im Blut gesperrt ist, abermals eine Absage.

Pechstein (38) hatte versucht, eine Aussetzung ihrer Sperre bis zu einer Entscheidung im Revisionsverfahren zu erwirken, um wieder an Trainingsmaßnahmen des deutschen Verbandes (DESG) teilnehmen zu können.

Gleichzeitig teilte das Bundesgericht mit, dass sein Urteil im Revisionsverfahren bis Ende Juli fällen will, und es wies darauf hin, dass die Erfolgschancen generell als unsicher zu bewerten seien. Pechstein-Anwalt Simon Bergmann betrachtet dies als Verweis auf die allgemeine Rechtsprechung. „Dass diese Statistik nicht für uns spricht, mag sein, entmutigt uns aber keinesfalls, da der Pechstein-Fall nicht mit anderen Verfahren vergleichbar ist“, so Bergmann.

Die fünfmalige Olympiasiegerin, deren Sperre im Februar 2011 ausläuft, hatte sich an das Bundesgericht gewandt, um eine Wiederaufnahme des Verfahrens vor dem Internationalen Sportgerichtshof Cas zu erreichen. Grundlage dafür waren neue hämatologische Gutachten, die ihr eine Blutanomalie attestieren. Diese Anomalie könnte zu den bei ihr festgestellten erhöhten Retikulozytenwerten führen. Der Cas hatte ebenso wie das Schiedsgericht des Eislauf-Weltverbandes ISU eine Anomalie ausgeschlossen und einzig Doping als mögliche Erklärung der Blutwerte Pechsteins in Betracht gezogen.

( mst )