Basketball-Bundesliga

Alba spielt in Frankfurt um seine Zukunft

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Theo Breiding

Verlieren die Berliner das vierte Viertelfinale im Playoff gegen die Frankfurt Skyliners ist nicht nur der Traum vom Meistertitel vorbei. Bei einem Aus stehen auch Spieler und Trainer zur Disposition. Der Druck steigt.

"Der Druck könnte größer nicht sein!“ Die Worte von Alba-Geschäftsführer Marco Baldi vor dem Spiel am Sonntag, das das Basketballteam von Alba Berlin gegen die Frankfurt Skyliners mit 87:76 nach Verlängerung gewann, gelten auch noch heute. Denn noch liegt sein Team in der „Best of five“-Serie des Viertelfinales um die Deutsche Meisterschaft mit 1:2 zurück. Alba muss am Mittwoch ( 19.05 Uhr, live im Morgenpost-Ticker ) gewinnen, um die Saison am Leben zu erhalten und ein fünftes und entscheidendes Spiel am Freitag in der O2 World (20 Uhr) zu erzwingen.

Der Druck ist nicht nur groß, weil die Spieler den Sommer ohne Meisterschaftsprämie überbrücken müssten und das erklärte Ziel, kommende Saison in der Euroleague zu starten, gefährdet wäre. Vielmehr noch, weil, wie schon nach dem Viertelfinal-Aus 2007 gegen Quakenbrück, bei einem Ausscheiden alles hinterfragt würde. Jeder Spieler, ob er wie Steffen Hamann, Julius Jenkins, Lucca Staiger oder Immanuel McElroy und Adam Chubb (beide als Option) noch einen Vertrag hat oder nicht. Und auch Coach Luka Pavicevic (Vertrag bis 2012), obwohl er sein Team als erste deutsche Mannschaft überhaupt in ein europäisches Finale, das des Eurocups nämlich, geführt hatte.

Suput zu Alba? Rödl nach Trier?

Auch ohne das mögliche enttäuschende Aus vielleicht schon am Mittwoch in Frankfurt dürfte es bei acht auslaufenden Verträgen ein arbeitsreicher Sommer mit einigen Veränderungen werden. So hält sich längst das Gerücht, dass Alba nach den Enttäuschungen mit Kenan Bajramovic und zuletzt Jurica Golemac bereits Power Forward Predrag Suput einen unterschriftsreifen Zweijahres-Vertrag unterbreitet hat. Der Serbe steht mit Bamberg im Halbfinale. Auch über die Zukunft von Alba-Urgestein Henrik Rödl wird gemutmaßt. Er ist bei mehreren BBL-Klubs wie Quakenbrück als Headcoach im Gespräch. Nach Informationen der Berliner Morgenpost ist ein Engagement in Trier aber wesentlich wahrscheinlicher.

Für die Verantwortlichen von Alba sind derzeit Sätze, die mit „Wenn“ beginnen, kein Thema. Das ist verständlich, denn noch hat der Klub sein Schicksal selbst in der Hand. Zwei Siege, und man wäre wieder im Soll und das Ziel, Meister zu werden, wieder realisierbar. Ein Spaziergang im Park wird das allerdings nicht.

Skyliners-Coach Gordon Herbert hatte gerade in seiner ersten Frankfurter Zeit schon einiges im Play-off erlebt. 2004, als er das Team zur bislang einzigen Meisterschaft führte, lag Frankfurt im Halbfinale schon mit zwei Siegen gegen Bonn vorn, kassierte den Ausgleich und musste Spiel fünf in Bonn gewinnen. Im Finale stand sein Team nach einem 1:2 gegen Bamberg erneut unter großem Druck, glich aber auswärts aus und feierte dann in der Höchster Ballsporthalle. Auch ein Jahr später führten die Hessen gegen Alba 2:1 und gewannen die Serie in vier Spielen.

„Wir sind in der Situation, die wir uns gewünscht haben. In eigener Halle können wir die Serie beenden“, sagt Herbert, weiß aber auch: „Dazu müssen wir besseren Basketball spielen als in Berlin.“

Alba drehte noch nie einen 0:2-Rückstand im Play-off. Geschichte schreiben unter Druck – nicht mehr und nicht weniger ist jetzt gefragt.