Champions League

4:1! BVB gewinnt ein wildes Spiel beim FC Sevilla

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Christian Woop
Tor für den BVB: Jude Bellingham (rechts) streckt die Zunge raus und jubelt mit Karim Adeyemi.

Tor für den BVB: Jude Bellingham (rechts) streckt die Zunge raus und jubelt mit Karim Adeyemi.

Foto: afp

Borussia Dortmund hat beim FC Sevilla in der Champions League 4:1 gewonnen. Es war ein wichtiges BVB-Zeichen vor dem Bayern-Spiel.

Sevilla. Edin Terzic hielt es nicht auf seinem Platz. Der Trainer von Borussia Dortmund gestikulierte an der Seitenlinie, gab Anweisungen, feuerte seine Mannschaft ab. Sein schwarzes Shirt war längst verschwitzt. Wegen der noch immer 26 Grad spätabends im Stadion des FC Sevilla. Vor allem aber wegen eines intensiven Spiels, das der BVB am Ende mit 4:1 (3:0) durch die Tore von Raphael Guerreiro (6.), Jude Bellingham (41.), Karim Adeyemi (43.) und Julian Brandt (75.) hochverdient gewann. Für Sevilla traf Youssef En-Nesyri (51.).

Bei Abpfiff fiel eine ganze Menge Anspannung vom 39-jährigen Terzic ab. In Köln hatte sein Team in der Bundesliga am Samstag aufgrund einer miserablen zweiten Halbzeit mit 2:3 verloren – ein erheblicher Stimmungsdämpfer beim Vorhaben, möglichst lang ein Herausforderer von Bayern München zu sein, sogar mit einem Punkte-Vorsprung zuhause ins direkte Duell am kommenden Samstag (18.30 Uhr/Sky) zu gehen.

Nach wenigen Tagen ist das Lächeln in die Gesichter der Dortmunder Profis und Verantwortlichen zurückgekehrt. Denn die Borussia verschaffte sich durch das 4:1 nicht nur eine höchst vielversprechende Ausgangslage für die verbleibenden drei Spiele in der Champions-League-Gruppe. Bereits am Dienstag im zweiten Aufeinandertreffen mit den Spaniern kann der BVB mit einem Sieg den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen, sollte der FC Kopenhagen parallel nicht gegen Manchester City gewinnen. Auch für das Liga-Kräftemessen mit den Münchenern konnten die Dortmunder so Selbstvertrauen tanken.

Modeste nur auf der BVB-Bank - Moukoko darf stürmen

Das war dringend nötig nach dem Rückschlag in Köln – genauso wie personelle Veränderung im Angriff. Anthony Modeste musste in Sevilla auf die Bank, dafür stürmte der erst 17 Jahre alte Youssoufa Moukoko im Estadio Ramón Sánchez-Pizjuán. Zudem rückte der defensivere Emre Can für Flügelstürmer Donyell Malen in die Startelf.

Was aber die Dortmunder Offensivkreativität nicht negativ beeinflusste. Der BVB begann engagiert – und ging bereits nach sechs Minuten in Führung. Jude Bellingham, Kapitän in Abwesenheit von Marco Reus (verletzt) und Mats Hummels (erkältet), fand mit einem punktgenauen Seitenwechsel Raphael Guerreiro. Weil sich Sevillas Jesus Navas verschätzte, konnte der BVB-Linksverteidiger in hohem Tempo in den Strafraum stürmen. Innenverteidiger José Angel Carmona fälschte den Ball dann auch noch leicht ab, sodass Torwart Bono bei Guerreiros Schuss ins lange Eck chancenlos war.

BVB spielt nun gegen den FC Bayern

Die frühe Führung spielte den Dortmundern in die Karten. Sevilla wirkte einfallslos. Gefährlich wurde es in der Anfangsphase nur einmal, als Nico Schlotterbeck direkt zu Alex Telles köpfte. Der lupfte den Ball En-Nesyri, der zweimal an Alexander Meyer scheiterte (10.). Dortmunds Torwart, der wohl ein letztes Mal den wieder genesenen Stammkeeper Gregor Kobel vertrat, rettet zudem mit einem exzellenten Reflex bei En-Nesyiris Kopfball (36.) – und hatte Glück, dass Carmona bei der folgenden Ecke aus sechs Meter freistehend über das Tor schoss. Die Spanier wiederum hatten Glück, dass Schiedsrichter Maurizio Mariani aus Italien eine Rote Karte gegen En-Nesyri nach Ansicht der Video-Bilder zurücknahm. Adeyemi hatte zuvor gefoult (23.)

Mitten in Sevillas kleiner Drangphase schlug der BVB eiskalt zu. Özcan spielte einen Pass in den Lauf zu Bellingham. Der ließ erst mit einer Körpertäuschung Nemanja Gudelj ins Leere laufen und schob dann zum 2:0 ein (41.). Nur zwei Minuten später erhöhte Adeyemi auf 3:0.

Angetrieben von ihren Fans versuchte Sevilla in der zweiten Halbzeit noch einmal alles. Doch die Dortmunder machten nicht noch einmal Fehler wie gegen Köln, selbst das 1:3 durch einen Kopfball von En-Nesyri brachte sie nicht mehr in Verlegenheit (51.). Stattdessen erhöhte Julian Brandt noch auf 4:1 (75.). Eine Leistung, die der BVB schon am Samstag gegen den Bayern bestätigen will.