Champions League

Verrücktes 0:2 in Porto: Für Bayer-Coach Seoane wird es eng

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Joao Mario (links) vom FC Porto im Duell mit Callum Hudson-Odoi von Bayer Leverkusen.

Joao Mario (links) vom FC Porto im Duell mit Callum Hudson-Odoi von Bayer Leverkusen.

Foto: dpa

Im ersten Endspiel für Trainer Gerardo Seoane zeigte Bayer Leverkusen lange eine engagierte Leistung. Verlor aber dennoch beim FC Porto 0:2.

Porto. Jetzt droht Gerardo Seoane mehr denn je das Aus: Bayer Leverkusen hat nach dem 0:4-Debakel beim FC Bayern auch in der Champions League gepatzt und damit den Druck auf seinen schwer kriselnden Trainer nochmals erhöht. Der Vorletzte der Fußball-Bundesliga verlor am Dienstag ein teils verrücktes Spiel beim FC Porto mit 0:2 (0:0) und verpasste so einen großen Schritt Richtung Achtelfinale. Zaidu (69.) und Galeno (87.) schossen die Treffer.

Mögliches Job-Endspiel gegen Schalke

Die Leistung und die Einstellung des Teams über weite Strecke waren aber Argumente dafür, dass Seoane wohl noch sein Job-Endspiel am Samstag gegen den FC Schalke bekommen wird. Gewinnt der Schweizer mit der Werkself aber auch gegen den Aufsteiger nicht, wird seine Zeit in Leverkusen ziemlich sicher zu Ende gehen.

Das ganze emotionale Wechselbad der Gefühle für Seoane kulminierte kurz vor der Pause, als Porto traf, das Tor aberkannt wurde, Bayer dafür einen Handelfmeter bekam und Patrik Schick diesen verschoss (45). Zuvor war schon ein Treffer von Callum Hudson-Odoi aberkannt worden (15.). Zu allem Überfluss sah Jeremie Frimpong nach wiederholtem Foulspiel auch noch Gelb-Rot (88.)

Seoane hatte sich im Vorfeld gelassen gegeben nach der Ansage von Clubchef Fernando Carro, der öffentlich erklärte hatte, der Verein sei „nicht unvorbereitet auf einen Trainerwechsel. Er finde das „nur professionell“, sagte der 43-Jährige und versicherte: „Ich persönlich kann mit dieser Situation gut umgehen.“

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Sein auf drei Positionen verändertes Team war schnell um Spielkontrolle bemüht und versuchte, über Ballbesitz Sicherheit zu bekommen. Vor den Augen des langjährigen Sportchefs Rudi Völler, der das Team in seiner neuen Funktion als Mitglied des Gesellschafterausschusses begleitete, waren Frimpong und Moussa Diaby auf der rechten Außenbahn Aktivposten. Für drei Minuten schien es so, als habe sich Bayer schnell belohnt, als Hudson-Odoi volley am langen Eck einen schönen Spielzug erfolgreich abschloss. Doch nach Ansicht mehrerer TV-Bilder stellte das englische Schiedsrichter-Gespann fest: Robert Andrich hatte bei der Balleroberung zuvor Foul gespielt.

Bayer verschießt Elfmeter

Danach verflachte das Spiel, bis sich kurz der Pause die Ereignisse überschlugen. Zunächst parierte der zuletzt oft patzende Bayer-Keeper Lukas Hradecky stark gegen Mateus Uribe (40.), dann scheiterte Schick an Diogo Costa (41.), im Gegenzug schoss Mehdi Taremi das vermeintliche 1:0 für Porto. Wegen eines Handspiels zuvor von David Carmo im eigenen Strafraum wurde der Treffer nicht nur aberkannt, es gab stattdessen Elfmeter für Bayer - den Schick verschoss. Was das Ganze noch skurriler machte: Zehn Tage zuvor hatte der Tscheche im Länderspiel gegen Portugal ebenfalls einen Strafstoß verschossen. Und wer stand auch da im Tor? Diogo Costa. Damals hatte Schick übers Tor geschossen, diesmal hielt der Portugiese. Statt 0:1 oder 1:0 hieß es zur Pause also 0:0.

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Nach der Pause wurde das Spiel vor 42 399 Zuschauern wild und zerfahren. Statt großer Torchancen gab es nun nur noch vier Gelbe Karten innerhalb von zehn Minuten als Aufreger. Von Zaidus Tor erholte sich Bayer aber nicht mehr.

Großer Pechvogel bei den Portugiesen war Wendell. Der Linksverteidiger, der zwischen 2014 und 2021 insgesamt 250 Pflichtspiele für Bayer absolvierte, musste nach einem Foul von Adam Hlozek in der 12. Minute lang am Fuß behandelt werden. 20 Minuten später rammte ihn sein eigener Torhüter bei einem Rettungsversuch um. Der Brasilianer lag benommen auf dem Boden, kehrte aber erneut zurück und hielt bis zur 63. Minute durch.