TV-Kritik

Felix Neureuther zeigt auch im TV-Studio Medaillenreife

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Thomas Lelgemann

Mit Kommentator Bernd Schmelzer bildet der ehemalige Ski-Rennläufer Felix Neureuther bei der ARD ein starkes Doppel.

Essen. Bei Felix Neureuther klingelt der Wecker mitten in der Nacht. Weil der 37-Jährige als Experte der ARD die alpinen Ski-Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen nicht live vor Ort in China kommentiert, sondern aus dem gemeinsamen Medienzentrum von ARD und ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg, muss er angesichts der Zeitverschiebung früh aufstehen. Kein Problem für den früheren Vize-Weltmeister im Slalom, schließlich haben die ehemalige Biathlon-Weltmeisterin Miriam Neureuther, geborene Gössner, und er zwei kleine Kinder.

Ein ausgeschlafener Typ

Felix Neureuther ist ohnehin ein ausgeschlafener Typ. Das beweist er auch bei seinem aktuellen Olympia-Einsatz. Bei seinen beiden Olympiateilnahmen 2010 und 2014 als Skirennläufer kam er nicht über zwei achte Plätze hinaus, aber was er im TV-Studio zeigt, das ist medaillenreif. Mit Kommentator Bernd Schmelzer bildet Neureuther ein starkes Duo.

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Schmelzer versorgt die Fernsehzuschauer nicht nur mit den wichtigsten Infos über die Rennläufer und die Tücken der Strecke, sondern ist auch ein Fachmann. Einige Reporter berichten oft, wie toll ein Ski-Ass unterwegs ist. Wenn dann aber die Zwischenzeit nicht für vordere Plätze reicht, ist plötzlich alles schlecht. Nicht so Schmelzer. Der gebürtige Dortmunder sieht Schwächen oder Stärken schon vor der Zwischenzeit.

Meinungsstarker Ski-Experte

Felix Neureuther analysiert anschließend mit ebenso erfrischenden wie kompetenten Worten. Neureuther hat schon vor den Winterspielen mit seiner ARD-Reportage „Spiel mit dem Feuer – wer braucht noch dieses Olympia?“ für Aufsehen gesorgt. Der Sohn der früheren Doppel-Olympiasiegerin Rosi Mittermaier und des Ex-Slalom-Asses Christian Neureuther ist ein Fan der olympischen Idee. Und so übt er wegen der Menschenrechtsverletzungen heftige Kritik am Ausrichterland China, das er in seiner bayerischen Mundart „Kina“ ausspricht. Ein ausgeschlafener Typ, auch abseits der Piste.