Paralympics-Siegerin

Para-Sportlerin Semechin: Kampf gegen den Krebs geht weiter

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Auf die Berlinerin Elena Semechin warten harte Wochen.

Auf die Berlinerin Elena Semechin warten harte Wochen.

Foto: Britta Pedersen / picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Die Berlinerin Elena Semechin muss ihren scheinbar schon gewonnenen Kampf gegen den Krebs mit einer Chemotherapie fortsetzen.

Berlin. Elena Semechin hüpfte mit breitem Grinsen wie ein Flummi auf der Stelle, klatschte völlig losgelöst immer wieder in die Hände. Als die Paralympics-Siegerin trotz gerade einmal zwei Prozent Sehkraft gleich ihren ersten Versuch an der legendären ZDF-Torwand des „Aktuellen Sportstudio“ versenkte, war die Schreckensbotschaft der vergangenen Tage für einen kurzen Moment vergessen. Der vermeintlich schon gewonnene Kampf gegen den Krebs – er ist doch noch längst nicht vorbei.

Bei der Nachuntersuchung wegen ihrer Hirn-OP vom 3. November erhielt die Schwimmerin die Schocknachricht. „Ich muss tatsächlich noch zur Bestrahlung und Chemotherapie, weil die Ärzte ganz sicher sein wollen, dass der ganze Tumor entfernt ist“, berichtete die 28-Jährige. Dabei wähnte sie sich auf bestem Wege zurück in ihr altes Leben, nahm wegen der anstehenden WM-Saison sogar das Krafttraining bereits wieder auf.

Berlinerin muss das Training erst mal aussetzen

Doch pünktlich zur Krönung als Para-Sportlerin des Jahres am Sonnabend folgte die Vollbremsung. „Das hatte ich nicht erwartet“, sagte die bis zu ihrer Hochzeit Anfang November als Elena Krawzow bekannt gewordene Berlinerin der „Bild am Sonntag“: „Ich dachte, alles ist raus, war so guter Dinge nach der OP – und nun das.“ Da der Tumor diffus war, ließ er sich auf den MRT-Bildern nicht exakt vom gesunden Gewebe abgrenzen.

„Der schlimmste Satz vom Arzt war: ‘Heilbar ist die Krankheit nicht, die wird Sie ein Leben lang begleiten.’ Da realisierte ich zum ersten Mal, wie scheiße das ist“, sagte Semechin. Ihren ersten Termin zur Bestrahlung hat sie am 7. Dezember, die Chemo-Therapie kann sie mit Tabletten von zu Hause aus aufnehmen. Für die Tokio-Siegerin über 100 Meter Brust muss der Sport erstmal hintanstehen.

„Das ist für mich eine Katastrophe. Nun falle ich wohl ein paar Monate aus, aber Landtraining geht ein bisschen, sofern es mir gut geht“, erzählt die zweimalige Weltmeisterin. Erstmal hat der Kampf gegen den Hirntumor Priorität – und den will sie nun endgültig gewinnen.

( sid )