Fußball-WM

WM: Amnesty prangert Katar an - DFB und FIFA sollen handeln

Im Winter 2022 wird die Fußball-WM in Katar stattfinden.

Im Winter 2022 wird die Fußball-WM in Katar stattfinden.

Foto: dpa

Auch ein Jahr vor Beginn der Fußball-WM steht Ausrichter Katar in der Kritik. Amnesty International stellt einen neuen Bericht vor.

Berlin. Gut ein Jahr vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar hat Amnesty International erneut die Arbeitsbedingungen für Bauarbeiter in dem Emirat kritisiert. Zwar habe Katar seit 2017 eine Reihe von Reformen eingeführt, diese würden aber „nicht angemessen umgesetzt, was bedeutet, dass die Ausbeutung weitergeht“, hieß es in einer Mitteilung der Menschenrechtsorganisation zu einem neuen Bericht über Katar. Organisationen wie der Weltverband FIFA oder der Deutsche Fußball-Bund (DFB) müssten handeln.

„Die Ergebnisse dieses Berichtes müssen ein Weckruf sein für die FIFA und die nationalen Fußballverbände wie den DFB“, sagte Katja Müller-Fahlbusch, Expertin für die Region Naher Osten und Nordafrika bei Amnesty International in Deutschland: „Wenn sie sich ernsthaft und nachhaltig für die Rechte der Arbeitsmigrant*innen in Katar einsetzen möchten, müssen sie mehr tun – und zwar jetzt.“

Amnesty: Arbeitsbedingungen in Kartar weiterhin schlimm

Laut Amnesty könnten Arbeiter Katar trotz eines entsprechendes Gesetzes weiterhin das Land nicht einfach so verlassen oder den Arbeitsplatz wechseln, Löhne würden oft nicht oder zu spät ausgezahlt. Zudem hätten Arbeitsmigranten nach wie vor kaum Zugang zur Justiz, um Löhne einzufordern.

In einer Gewerkschaft dürfen sie sich weiterhin nicht organisieren, Todesfälle würden nicht aufgeklärt, die Arbeitsbedingungen seien nach wie vor schlimm.

„Katar ist eines der reichsten Länder der Welt. Seine Wirtschaft und damit auch sein Wohlstand hängen von den zwei Millionen Arbeitsmigrant*innen ab, die dort leben“, sagte Müller-Fahlbusch: „Jede*r von ihnen hat ein Recht darauf, bei der Arbeit fair behandelt zu werden und Gerechtigkeit und Entschädigung zu erhalten, wenn ihre Rechte missachtet werden.“