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Hertha BSC: Manager Bobic hofft auf mehr Fans in den Stadien

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Geschäftsführer Fredi Bobic (l.) und Sportdirektor Arne Friedrich wollen Hertha BSC sportlich voranbringen.

Geschäftsführer Fredi Bobic (l.) und Sportdirektor Arne Friedrich wollen Hertha BSC sportlich voranbringen.

Foto: Revierfoto / picture alliance/dpa/Revierfoto

Hertha BSC hat Probleme, die Tickets gegen Wolfsburg loszuwerden. Manager Bobic sieht die Liga vor großen Problemen.

Berlin. Hertha BSC hat noch viele Tickets für seinen Heimauftakt gegen den VfL Wolfsburg nicht verkauft. Fredi Bobic versteht das Zögern der Fans in der Pandemie. Dennoch mahnt der Geschäftsführer: Die Stadien müssen bald wieder voll sein, sonst wird es wirtschaftlich heikel.

Für das erste Heimspiel von Hertha BSC am kommenden Samstag gegen den VfL Wolfsburg sind noch längst nicht alle 25.000 Tickets verkauft. Geschäftsführer Fredi Bobic fordert dennoch eine baldige Anhebung des durch Corona weiter limitierten Kontingents.

Hertha-Manager Bobic versteht Zögern der Zuschauern

Den deutschen Profi-Fußball sieht der 49-Jährige wegen der anhaltenden Pandemie unter einem „brutalen Druck“ und fordert deshalb die Zulassung größerer Zuschauermengen. „Wir haben nicht mehr viel Zeit, die Lage ist ernst. Wenn wir in dieser Saison nicht halbwegs zur Normalität und zu einer gewissen Planbarkeit zurückkehren, habe ich große Sorgen“, sagte Bobic der „Bild am Sonntag“.

Dass zum Auftakt der neuen Saison wieder bis zu 25.000 Fans in einige Arenen durften, könne nur ein Anfang sein. „Auf Dauer reicht das hinten und vorne nicht“, warnte der Ex-Nationalspieler. Bei Twitter und auf seiner Homepage versucht Hertha den Vorverkauf für den Heimspiel-Auftakt anzukurbeln. Mehrere tausend Karten sind noch zu haben und Bobic hat auch Verständnis für das zögerliche Verhalten der Fans.

„Es gibt schon einen Drang, ins Stadion zu wollen. Dass der eine oder andere aber erstmal anschauen will, wie es funktioniert, das ist etwas ganz Normales“, sagte Bobic. Gleiches stelle er auch selbst bei möglichen Kinobesuchen fest. Es sei normal, „sich nicht ganz so sicher zu sein.“

Bei Hertha BSC gilt vorerst das 3G-Modell

Wirtschaftlich brauche der Bundesliga-Fußball aber wieder den Zulauf der Fans. Die Liquidität und die hohen Personalkosten werden laut Bobic für die Klubs zunehmend zum Problem. Die Hoffnung auf Besserung habe zuletzt wieder einen Dämpfer erlitten. „Die Impfmöglichkeiten sind zwar da, aber Normalität scheint in weiter Ferne - und die Sorgen werden eher wieder größer“, sagte der Spitzenfunktionär des Berliner Bundesligisten.

In der Frage, ob wie bei Borussia Dortmund, dem 1. FC Köln oder Bayer Leverkusen künftig fast nur noch Geimpfte und Genesene ins Stadion dürfen, habe Hertha noch keine Entscheidung getroffen. „Wir schauen uns das erst mal an und gucken, was passiert und ob alles so funktioniert. Und welchen Weg auch die Politik diesbezüglich einschlägt“, sagte Bobic. Vorerst halten die Berliner am 3G-Modell für geimpfte, genesene und getestete Fans fest. Es sei jedoch auf Dauer schwer, Geimpften und Genesenen ihre Rechte vorzuenthalten. „Es ist ein großer Stresstest für den Fußball“, sagte der 49-Jährige.

Hertha BSC schließt weitere Transfers nicht aus

Sportlich geht es für die Hertha am Sonntag auswärts los. Beim 1. FC Köln (17.30 Uhr, DAZN) soll ein erfolgreicher Auftakt in die neue Saison her. Auch wenn Trainer Pal Dardai vermutlich noch nicht seine gesamte Mannschaft beisammen hat. Sportdirektor Arne Friedrich schließt weitere Transfers jedenfalls nicht aus.

„Unter den schwierigen Bedingungen, die gerade herrschen, haben wir schon einiges gemacht. Aber es kann definitiv noch was passieren“, sagte Friedrich dem „Tagesspiegel“ und ergänzte: „Es gibt einige Themen, bei denen man beobachten muss, wie sie sich entwickeln. Wir haben noch Zeit.“

Hertha BSC verpflichtet bislang vier neue Spieler

Hertha habe die „Hausaufgaben gemacht. Und wir haben sie gut gemacht, wie ich finde“, betonte der 42 Jahre alte Ex-Profi: „Wir müssen also nicht. Wir haben ein gutes Konstrukt. Wir werden nur etwas machen, wenn es absolut Sinn ergibt.“ Bislang haben die Berliner in Kevin-Prince Boateng, Suat Serdar, Stevan Jovetic und Marco Richter vier neue Spieler geholt. Zudem kehrte Davie Selke von einer Leihe von Werder Bremen zurück.

Nach dem knapp vermiedenen Abstieg in der Vorsaison gehen die Berliner mit mehr Demut in die neue Saison. Dass die Konkurrenz Hertha insgesamt mehr zutraut, soll den Hauptstadtklub nicht beeinflussen. „Das ist wunderbar, ändert aber nichts an unserer Haltung. Ich finde, eine gewisse Zurückhaltung steht uns nach dem vergangenen Jahr gut zu Gesicht“, sagte Friedrich.

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( dpa )