Jugend trainiert für Olympia

Silbermedaillengewinnern Pudenz begeistert Berliner Schüler

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Nelis Heidemann
Diskuswerferin Kristin Pudenz (Mitte), Silbermedaillengewinnerin von Tokio, mit Berliner Jugendlichen am Olympiastadion.

Diskuswerferin Kristin Pudenz (Mitte), Silbermedaillengewinnerin von Tokio, mit Berliner Jugendlichen am Olympiastadion.

Foto: Paul Zinken / dpa

„Jugend trainiert für Olympia“, der größte Schulsportwettkampf der Welt, legt wieder los. in Berlin mit prominenter Botschafterin.

Berlin. Es war ein Bild, das anderthalb Jahre lang fast unvorstellbar war. Rund ums Olympiastadion wuselten am Donnerstagvormittag bei bestem Sommerwetter rund 300 Schüler aus Berlin herum. Laufen! Springen! Werfen! Alles war möglich am Aktionstag von „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ – mit großem Spaß tobten sich die Kinder aus. Insgesamt nehmen im Lauf der Woche über 8000 Berliner Schüler an den Veranstaltungen des Wettbewerbs teil.

„Wir haben in der Vergangenheit viel von den Kindern und Jugendlichen abverlangt“, sagt Aleksander Dzembritzki (SPD), Staatssekretär für Sport. Nicht nur dieser Donnerstag, sondern die ganze Woche steht in Berlin im Zeichen des Schulsports. Passend zum Ende der Sommerferien ist „Jugend trainiert“ mit der Schulsport-Stafette in Berlin zu Gast. In den kommenden Wochen wird unter dem Dach von „Jugend trainiert“ der Staffelstab in Form von Aktionswochen von Bundesland zu Bundesland weitergegeben, um für einen starken Schulsport zu werben und die Kinder nach Monaten des Lockdowns für Bewegung zu motivieren.

Land Berlin legt Rettungsschirm für den Sport auf

„Der Schulstart in Präsenz war enorm wichtig für uns“, sagt Dzembritzki. So besteht zumindest die Möglichkeit auf Sport in der Schule. Doch nicht nur auf Schulebene, sondern auch im Vereinssport werde natürlich der Grundstein für ein positives Bewegungserleben gelegt. Das Land Berlin hat einen Rettungsschirm Sport aufgelegt, aus dem bisher schon 8,8 Millionen Euro abgerufen wurden. „Ich bin mir sicher, dass wir noch mehr Geld brauchen werden“, so der Staatssekretär.

Angesichts der bevorstehenden vierten Welle warb Dzembritzki für die Impfkampagne, stellt aber auch fest: „Wir erleben, dass die Menschen, die zu Sportveranstaltungen kommen, in der Regel schon gut durchgeimpft sind.“ Dennoch ist unklar, was Herbst und Winter für Amateur- und Schulsport bringen. „Ich drücke uns allen die Daumen, aber vor allem drücke ich mir selbst die Daumen, dass ich nicht wieder Sport- und Vereinsgelände absperren muss“, so Dzembritzki.

Zur Unterstützung der „Jugend trainiert“-Kampagne waren am Donnerstag auch Kristin Pudenz, Silbermedaillen-Gewinnerin im Diskuswerfen von Tokio, und Michael Dennis ins Olympiastadion gekommen. Dennis wird am Dienstag mit der Goalball-Nationalmannschaft zu den Paralympics nach Japan aufbrechen.

Silbermedaillengewinnerin von Tokio als Unterstützerin vor Ort

Pudenz war selbst 2009 und 2010 als Teilnehmerin bei „Jugend trainiert“ dabei, damals allerdings im Kugelstoßen, weil ihr Diskuswerfen kein Bestandteil des Wettbewerbs ist. „Gerade der Teamwettbewerb hat ein unglaubliches Wir-Gefühl ausgelöst“, erinnert sich die 28-jährige. Als besondere Motivation für die diesjährigen Teilnehmer hatte Pudenz die Silbermedaille aus Tokio am Donnerstag gleich mit im Gepäck.

Michael Dennis stellte derweil die besondere Bedeutung von „Jugend trainiert“ für den paralympischen Sport heraus. „Das Programm hat für uns im Scouting einen deutlich höheren Stellenwert als in den olympischen Disziplinen. Wir finden über ‘Jugend trainiert’ viele Talente.“

Während der nun laufenden Schulsport-Stafette können sich Schulmannschaften in den „Jugend trainiert“-Wettbewerben für das Bundesfinale qualifizieren. Das wird in diesem Jahr erstmals dezentral durchgeführt, um jeweils vor Ort auf die lokalen Corona-Beschränkungen reagieren zu können. Schon 1600 Schulteams aus ganz Deutschland wurden angemeldet, die besten 400 schaffen es ins Finale.