Fußball bei Olympia

Nach 0:3 zur Pause: DFB-Team verliert 2:4 gegen Brasilien

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Brasiliens Richarlison (Mitte) gelang gegen die DFB-Auswahl ein Hattrick.

Brasiliens Richarlison (Mitte) gelang gegen die DFB-Auswahl ein Hattrick.

Foto: TORU HANAI / Getty Images

Die DFB-Auswahl findet beim 2:4 gegen Brasilien zum Olympia-Start erst spät ins Spiel. Ein Hertha-Profi verschießt einen Elfmeter.

Yokohama/Berlin. Dämpfer zum Auftakt des olympischen Fußball-Turniers: Die DFB-Auswahl von Trainer Stefan Kuntz hat ihr erstes Spiel gegen Mitfavorit Brasilien am Donnerstag klar mit 2:4 (0:3) verloren.

Mit Unions Max Kruse und Herthas Arne Maier in der Startelf wurde die deutsche Mannschaft in der ersten Halbzeit geradezu überrollt, ehe es in der Schlussphase zumindest kurzzeitig spannend wurde. „Wir mussten schnell im Turnier ankommen, das haben wir in den ersten 45 Minuten überhaupt nicht geschafft“, sagte Kruse.

Bitter: Mannschaftskapitän Maximilian Arnold flog Mitte der zweiten Halbzeit mit Gelb-Rot vom Platz. In der nächsten Partie am Sonntag (13.30 Uhr) gegen Saudi-Arabien (1:2 gegen die Elfenbeinküste) wird der Wolfsburger fehlen.

Die Kräfteverhältnisse waren schnell geklärt – Brasiliens Stürmer Richarlison (24, FC Everton) brachte sein Team per Hattrick (8., 22., 30.) mit 3:0 in Front. Die DFB-Elf fand indes keinerlei Rhythmus und zeigte mitunter fahrlässiges Defensivverhalten.

Herthas Torunarigha und Unions Teuchert werden eingewechselt

Auch Herthas Brasilianer Matheus Cunha, der den dritten Treffer vorbereitete, bekamen die Deutschen nie in den Griff. Mehrfach sorgte der agile Berliner für Gefahr, doch im Abschluss fehlte ihm das Glück. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte scheiterte er mit einem Handelfmeter an DFB-Keeper Florian Müller (VfB Stuttgart). Kurz darauf zielte er nach einem starken Solo erneut zu ungenau.

In der Pause reagierte Kuntz, brachte Hertha-Verteidiger Jordan Torunarigha für Amos Pieper. Cunha aus dem Spiel zu nehmen, sollte auch ihm nicht gelingen, aber insgesamt war die deutsche Mannschaft nun besser in der Partie. Die Folge: das 1:3 durch Nadiem Amiri (57.). Der Leverkusener traf aus 18 Metern per Volley.

Sechs Minuten später wurde die Hoffnung auf ein mögliches Remis schlagartig gedämpft, weil der bereits verwarnte Arnold mit Brasiliens Routinier Dani Alves kollidierte und Gelb-Rot sah. Eine zu harte Entscheidung von Schiedsrichter Ivan Barton (El Salvador).

Max Kruse trägt die Kapitänsbinde nur kurz

Max Kruse von Union Berlin, der als Stürmer kaum Bälle bekam, übernahm daraufhin die Kapitänsbinde, wurde allerdings fünf Minuten später ausgewechselt. Für ihn kam der von Hertha an den VfL Bochum verliehene Eduard Löwen, doch wirkungsvoller sollte ein anderer Wechsel sein: Joker Ragnar Ache gelang in der 84. Minute trotz Unterzahl der Anschlusstreffer zum 2:3. Auch Unions Cedric Teuchert war zu diesem Zeitpunkt bereits in die Partie gekommen.

Lange hatten die Brasilianer in den Verwaltungsmodus geschaltet, kurz vor Schluss drehten sie allerdings noch mal auf. Leverkusens Paulinho machte mit dem 4:2 (90.+4) alles klar. Aus deutscher Sicht blieben so mindestens drei Erkenntnisse: Die Moral und die Chancen aufs Weiterkommen sind intakt, der Rest ist ausbaufähig.

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( JL )