Viktoria 89

Viktoria darf im Olympiastadion spielen

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Peer Jaekel ist Geschäftsführer von Viktoria 89.

Peer Jaekel ist Geschäftsführer von Viktoria 89.

Foto: Marnie Orlob/Viktoria 89

Der Drittliga-Aufsteiger hofft nach wie vor auf die Lizenz vom DFB. Eine weitere Hürde ist nun genommen.

Der nächste Schritt zur Drittliga-Lizenz ist gemacht: Aufsteiger Viktoria 89 hat bei der Suche nach einer geeigneten Heimspielstätte die erhoffte Einigung mit den Berliner Senat und der Betreibergesellschaft des Olympiastadions erzielt. „Die Verfügbarkeit liegt vor“, sagte Viktorias Geschäftsführer Peer Jaekel der Morgenpost, „wir haben eine Nutzungsvereinbarung geschlossen.“ Die entsprechenden Unterlagen seien beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) eingereicht worden.

Dass Viktoria nun Stammgast im Olympiastadion wird, ist damit nicht gesagt. „Stand heute werden wir dort einige Spiele austragen“, sagte Jaekel, „das betrifft vor allem die Sicherheitsspiele.“ Einen Umzug nach Westend dürften etwa die Duelle gegen Magdeburg, Halle oder Zweitliga-Absteiger Eintracht Braunschweig erfordern. Besagte Klubs verfügen über vergleichsweise viele Fans und befinden sich zudem in einem Umkreis, der eine Anreise größerer Anhänger-Gruppen wahrscheinlich macht. Bei Hertha BSC wird man die überschaubare Zahl an Viktoria-Gastspielen wohl erleichtert zur Kenntnis nehmen, schließlich gilt der Rasen der Arena als äußerst anfällig.

Anders als zum Teil berichtet, wird der Berliner Senat die Kosten für Viktorias Spiele im Olympiastadion nicht übernehmen. Die für einen Drittligisten erheblichen Mieten in fünfstelliger Höhe müssen die Südberliner selbst stemmen. Auch deshalb sagt Jaekel: „Das Olympiastadion soll für einen Drittligisten keine Dauerlösung sein.“

Seit dem besiegelten Aufstieg Mitte April sucht Viktoria mit Hochdruck nach einer geeigneten Spielstätte für die Dritte Liga. Das angestammte Stadion Lichterfelde ist von den Anforderungen des DFB Lichtjahre entfernt und ließe sich selbst mit erheblichen Investitionen nicht drittligatauglich herrichten. Denkbare Ausweich-Standorte wie das Poststadion oder die Alte Försterei sind keine Option, und der eigentlich geeignete Jahn-Sportpark hat mit Anfang dieses Jahres seine Betriebserlaubnis verloren. In seiner Not hatte sich der Verein schon jenseits der Stadtgrenzen umgeschaut, doch aktuell verdichten sich die Zeichen, dass Viktoria doch in Berlin fündig wird.

Der Plan, das Mommsenstadion den Anforderungen der Dritten Liga anzupassen, ist jedenfalls nach wie vor intakt. Am Freitag findet dort eine Ortsbegehung mit TV-Übertragern statt. Sorgen bereitet Jaekel jedoch eher ein anderer Aspekt. „Das Zünglein an der Waage wird wahrscheinlich der Sicherheitsaspekt sein“, vermutet er. Die Lizenz durch den DFB wird bei Viktoria Mitte Juni erhofft.

( JL )