Union gegen Hertha

Fans, Pyro, Polizei: So lief das Derby vor dem Stadion

Inga Böddeling
Böller in der Alten Försterei

Böller in der Alten Försterei

Alte Försterei

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Ein Platz im Stadion war für die Fans im Derby zwischen Union Berlin und Hertha BSC tabu. Dabei waren sie trotzdem.

Berlin. Er würde hier jeden Ostersonntag stehen, sagt ein Mann. „Aus reinem Jux!“ Dass nur wenige Meter weiter das Derby in der Fußball-Bundesliga zwischen dem 1. FC Union und Hertha BSC in der Alten Försterei stattfand und der Mann einen rot-weißen Schal trug, stand natürlich in keinem Zusammenhang.

Und der Mann war nicht allein. Zwischenzeitlich hatten sich am Sonntag bis zu 70 Union-Fans auf der Waldseite am Stadion versammelt, um wenigstens ein bisschen Derby-Stimmung aufzusaugen. „Eisern Union“-Gesänge schallten durch den Wald, bis in die Försterei. Da müsste natürlich auch die Stimme hochprozentig geölt werden.

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Hochexplosiv war übrigens nicht nur die Konstellation auf dem Rasen. Union-Fans hatten im Vorfeld Pyro-Technik auf dem Dach des Stadions installiert, per Fernzünder pünktlich zum Anpfiff abgefeuert. Raketen schossen in den Himmel – und setzten einen Lüftungskasten in Brand. Die Polizei hat die Ermittlungen übernommen.

Und hatte auch sonst alles im Griff. Mit zwei Hundertschaften waren die Einsatzkräfte an der Alten Försterei unterwegs, wiesen verirrten Hertha-Fans den Weg zurück Richtung Westend, begleiteten stark alkoholisierte Fans nach Hause oder schützten Ultras vor irgendwelchen Dummheiten.

Am Ende war mit der Sonne auch die ganz große Derby-Euphorie untergegangen. Ein 1:1? „Damit kann ick leben“, sagt der Ostersonntags-Waldbesucher.

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