BR Volleys

Die BR Volleys stehen vor einem Desaster

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Dietmar Wenck
Redebedarf: Sergej Grankin und Trainer Cedric Enard diskutieren über das Spiel in Düren.

Redebedarf: Sergej Grankin und Trainer Cedric Enard diskutieren über das Spiel in Düren.

Foto: O.Behrendt via www.imago-images.de / imago images/Contrast

Den BR Volleys droht das Aus im Halbfinale gegen Düren. Für die Berliner hätte das sehr unangenehme Folgen.

Berlin. Tomas Kocian fasste es am besten zusammen. „Berlin mag individuell stärker sein“, sagte der Zuspieler der Powervolleys Düren, „aber hier hat heute die bessere Mannschaft gewonnen.“ Zugespitzt formuliert, sah es im ersten Play-off-Halbfinale um die deutsche Volleyball-Meisterschaft zwischen den Westdeutschen und dem Titelverteidiger aus der Hauptstadt phasenweise sogar so aus, als sei nur eine Mannschaft auf dem Feld. Die Berliner stehen nach einem ernüchternden 1:3 (17:25, 18:25, 25:20, 21:25) vor dem Aus, müssten nun nach dem Modus „Best of three“ nicht nur am Mittwoch (19.30 Uhr) in der Max-Schmeling-Halle gewinnen, sondern auch am darauffolgenden Sonnabend in Düren, um noch wie gewohnt ins Finale einzuziehen.

Niroomand ärgert sich über das Team der BR Volleys

Aktuell ist nur schwer vorstellbar, dass die starken Individualisten aus Berlin sich zu einer solchen Leistung zusammenraufen. „Über unsere Leistung brauchen wir nicht viele Worte zu verlieren“, ärgerte sich Geschäftsführer Kaweh Niroomand, „das war in allen Belangen zu wenig.“ Während die Dürener alles gezeigt hätten, was es in einem Play-off-Match braucht, „haben wir viel zu wenig Emotionen auf den Court gebracht“, schimpfte er.

Manchmal sah es sogar so aus, als würden diese Spieler nicht am Ende, eher am Anfang einer Saison stehen. Bei der Annahme standen sie sich im Wege, beim Zuspiel gab es Missverständnisse. Und da war auch kein herausragender Athlet, der seine Mannschaft mitgerissen hätte. Weder konnte Zuspieler Sergej Grankin vollends überzeugen noch der so hochgelobte Diagonalangreifer Benjamin Patch. Immer wieder scheiterte der Amerikaner, der es fast nur mit Gewalt und zu selten mit List versuchte, zu Punkten zu kommen, am Dürener Block. Besonders Tim Broshog wirkte, als hätte er Patch genau studiert.

Dazu kam, dass die Gastgeber, allen voran Sebastian Gevert (sieben Asse) viel besser aufschlugen. Es droht den BR Volleys das Ausscheiden im Halbfinale und damit das Verpassen der Qualifikation für die Champions League. „Das“, sagte Niroomand, „wäre ein Desaster.“

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