BR Volleys

Benjamin Patch verlängert bis 2024 bei den BR Volleys

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Dietmar Wenck
Seine Durchschlagskraft gehört weiter den BR Volleys: Benjamin Patch spielt drei weitere Jahre für den deutschen Topklub.

Seine Durchschlagskraft gehört weiter den BR Volleys: Benjamin Patch spielt drei weitere Jahre für den deutschen Topklub.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Die BR Volleys haben den Vertrag von Benjamin Patch bis 2024 verlängert. Der Amerikaner ist ein Botschafter – in mehrfacher Hinsicht.

Berlin. An das Ende dieser Meldung über eine besondere Vertragsverlängerung haben die BR Volleys auch ein besonderes Video gestellt. In dem kurzen Filmchen tanzt Benjamin Patch auf einem Kreuzberger Dach, so, wie seine Fans ihn mögen. Es ist ein Freudentänzchen, das der US-Amerikaner da in seinem Kiez aufführt: schön bunt, mit ein bisschen Handtuch-Verkleidung, und zum krönenden Abschluss präsentiert er das orangefarbene Trikot, das Patch nun bis 2024 tragen wird. Er unterschrieb bei den BR Volleys einen neuen Dreijahresvertrag.

„Ich glaube, die Vertragsverlängerung zeigt in erster Linie, wie wohl ich mich hier fühle und wie glücklich der Verein zugleich mit mir ist“, wird der Diagonalangreifer des US-Volleyball-Nationalteams und des zehnmaligen deutschen Meisters zitiert. Er habe sich in seinem Leben niemals besser gefühlt, als er es in Berlin tue. „Die gesamte Organisation steht hinter mir, genauso wie ich bin.“ Wie er ist: Patch hat in mehreren Interviews offen bekannt, dass er Männer und Frauen liebt. Er ist in der queeren Szene sehr populär.

Patch hat starke Auftritte – auf und neben dem Volleyballfeld

Nicht nur dort hat der 26-Jährige starke Auftritte. „Ben hat sich sehr gut entwickelt. Er ist ein Ausnahmespieler, einer der Besten in Europa auf seiner Position“, ist Kaweh Niroomand überzeugt. Der Geschäftsführer der BR Volleys lobt, dass der Amerikaner schon seit längerer Zeit „super Leistungen zeigt. Ein Beispiel war das Spiel in der Champions League in Kasan: Die ganze Mannschaft ist auseinandergefallen, aber er nicht. Er hat konstant sehr gut gespielt.“

Patch wechselte als 23-Jähriger aus der italienischen Liga nach Berlin, wo er zunächst einige Anlaufschwierigkeiten hatte. Er stammt aus Utah, ist dort in einer Mormonenfamilie aufgewachsen. Niroomand glaubt: „Seit Ben so frei bei uns leben kann, wie er will, ist seine Leistung auch besser geworden.“ Der Amerikaner sei ein „toleranter, weltoffener, diverser Mensch. Er passt damit genau in unsere Vereinsphilosophie und ist ein guter Botschafter.“

Der perfekte Botschafter für die BR Volleys

Dabei gehe es nicht allein um die sexuelle Orientierung. „Ben hat sich in der Black-lives-matter-Bewegung positioniert, zu den Demonstrationen in seiner Heimat. Er ist Künstler, Modedesigner, er ist sehr offen – etwas Besseres gibt es nicht für Berlin.“ Dass der Profi sich freimütig geoutet habe, findet der Volleys-Manager richtig. Das sei kein Problem für die BR Volleys, im Gegenteil. „Es ist doch lächerlich, dass im 21. Jahrhundert Fußballer immer noch Angst haben müssen, sich zu outen.“ Wenn der Verein in dieser Debatte helfen könne, werde er das gern tun. Für Patch viele gute Gründe zu bleiben: „Was mich hier hält, ist auch alles, für das unser Verein steht und in Zukunft stehen möchte.“

Das Sportliche soll allerdings trotzdem nicht zu kurz kommen. Die Vertragsverlängerung um gleich drei Jahre ist ein Signal; Patch wird am Ende dieser Laufzeit sechs Jahre in Berlin sein. Er freue sich, die Zusammenarbeit fortzusetzen und bei den BR Volleys etwas Großes aufzubauen. „Ich will dazu beitragen, dass die BR Volleys noch attraktiver, noch aufregender und noch bekannter werden.“ Aber er wolle auch auf dem Feld viel gewinnen.

„Unsere Mannschaft ist gut, und wir können auch in diesem schweren Jahr zusammen noch etwas erreichen“, glaubt er. Im Spätsommer plant er, eine Nationalmannschaftspause einzulegen. Für den Verein wolle er das Beste geben „und vielleicht irgendwann mal mit den BR Volleys im Champions-League-Finale stehen“. Zunächst einmal kann er am Donnerstag (19.30 Uhr, Schmeling-Halle) im Viertelfinal-Hinspiel gegen Itas Trentino zuschlagen, gegen den Dritten der italienischen Liga. Und vorher, wie gewohnt, tänzelnd das Parkett betreten.

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