Australian Open

Demonstration der Stärke: Zverev stürmt ins Achtelfinale

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Verhaltene Freude: Alexander Zverev steht im Achtelfinale der Australian Open.

Verhaltene Freude: Alexander Zverev steht im Achtelfinale der Australian Open.

Foto: dpa

Alexander Zverev steht im Achtelfinale der Australian Open. Schlechte Nachrichten gab es hingegen für das Erfolgsdoppel Krawietz/Mies.

Melbourne. Alexander Zverev klatschte den bemitleidenswerten Adrian Mannarino ab, dann winkte er nach seiner Demonstration der Stärke grinsend ins Publikum. Mit einem äußerst dominanten 6:3, 6:3, 6:1 ist der Weltranglistensiebte ins Achtelfinale der Australian Open eingezogen und blieb auch im sechsten Duell mit dem Franzosen ungeschlagen - der Traum vom ersten Grand-Slam-Titel lebt.

Dennoch blieb Zverev nach der souveränen und konzentrierten Vorstellung selbstkritisch. „Ein Tennismatch ist nie perfekt, aber ich habe okay und aggressiv gespielt. Ich hoffe, mein Körper wird langsam besser“, sagte der Halbfinalist des Vorjahres bei Eurosport. Seine Bauchmuskelverletzung ließ er sich gegen Mannarino zumindest nicht anmerken, 19 Asse unterstrichen die starke Leistung.

Lockdown in Melbourne: Nächstes Zverev-Spiel ohne Fans

Als nächstes spielt Zverev, der letzte verbliebene Deutsche in den Einzelwettbewerben, am Sonntag gegen den Serben Dusan Lajovic oder den Spanier Pedro Martinez - dann aber ohne Fans im Stadion. Aufgrund eines Corona-Ausbruchs in einem Quarantäne-Hotel am Flughafen gilt ab Samstag in Melbourne ein fünftägiger Lockdown. Die Australian Open dürfen zwar weitergehen, die Profis müssen sich aber in einer Bubble bewegen und auf die Unterstützung der bislang rund 20.000 Fans am Tag verzichten.

Gegen Mannarino spielte Zverev bereits zum vierten Mal im vergangenen halben Jahr, darunter auch das kuriose Drittrundenmatch bei den US Open mit dreistündigem Corona-Wirrwarr im Vorfeld. Trotz der makellosen Bilanz war der Deutsche aber gewarnt, die Partien gegen den unkonventionell spielenden Linkshänder waren immer sehr umkämpft und eng. „Er ist jemand, der mein Tempo aus dem Ball unglaublich mitnehmen kann“, sagte Zverev.

Am Freitag hatte er deutlich weniger Mühe. Zwei Breakbälle beim Stand von 2:2 wehrte Zverev nervenstark ab, schlug danach beim Aufschlag des Franzosen selber zu und holte sich den ersten Satz in 34 Minuten. Mannarino wirkte unruhig und kam nicht richtig ins Match - Zverev ließ das mit seinem kompromisslosen und taktisch variablen Spiel aber auch gar nicht zu.

Andreas Mies droht Olympia-Aus

Die deutsche Nummer eins ließ nicht locker, nach einem Doppelfehler Mannarinos schnappte er sich auch im zweiten Durchgang ein Break. Zverev blieb dominant, ließ den Franzosen sein unbequemes Spiel weiter nicht aufziehen. Nach einem weiteren Aufschlagverlust zu Beginn des dritten Durchgangs warf Mannarino entnervt seine Kappe weg. Nach 1:43 Stunden verwandelte Zverev seinen ersten Matchball.

Eine Schocknachricht gab es hingegen für die zweimaligen French-Open-Sieger Kevin Krawietz/Andreas Mies: Wegen einer Knieverletzung wird Mies wohl die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) verpassen. „Andi hatte gestern eine OP und ist erstmal für sechs Monate raus“, sagte dessen Doppelpartner Kevin Krawietz am Rande der Australian Open am Freitag: „Das wird eng für die Olympischen Spiele. Klar, das ist extrem bitter.“

In Melbourne trat Krawietz zusammen mit Yannick Hanfmann an, das Duo aus Coburg und Karlsruhe verlor am Freitag seine Zweitrundenpartie gegen die viermaligen Grand-Slam-Champions Pierre-Hugues Herbert/Nicolas Mahut (Frankreich) mit 5:7, 3:6. (sid)