Hertha BSC

Preetz: Zweistelliges Millionen-Minus bei Hertha BSC möglich

Michael Preetz, Manager von Hertha BSC, erklärt die zurückhaltende Einkaufspolitik auch mit befürchteten Millionenverlusten.

Hertha-Manager Michael Preetz

Hertha-Manager Michael Preetz

Foto: PATRIK STOLLARZ / AFP

Berlin. Defizit-Warnung statt Transfer-Hammer - und das Thema Mario Götze schwelt immer noch weiter. Michael Preetz hat die unerwartet zurückhaltende Einkaufspolitik von Hertha BSC im abgelaufenen Transferfenster auch mit befürchteten Millionenverlusten durch die Corona-Krise erklärt. Das Berliner Streben, eine Fußball-Großmacht zu werden, braucht noch Zeit.

„Wir werden, wenn wir auch bis zum Ende dieser Saison ohne Zuschauer spielen, ganz sicher am Ende über ein mittleres zweistelliges Millionen-Minus sprechen, und dem muss man Rechnung tragen mit dem, was man auf dem Transfermarkt macht“, sagte der Manager des Berliner Bundesligisten in einem Video-Clip des Vereins.

Auf eine weiter mögliche Verpflichtung des vereinslosen Mario Götze ging Preetz darin nicht ein. So muss in der Hauptstadt wie dem Rest der Fußball-Republik weiter gerätselt werden, ob der WM-Held von Rio in Berlin seiner zuletzt enttäuschend verlaufenen Karriere eine Wendung geben kann. Die letzten Signale waren defensiv. Trainer Bruno Labbadia war sich nicht sicher, ob die Hertha schon „stark genug ist, so einen Spieler aufzufangen“.

Alle Nachrichten zum Coronavirus in Berlin, Deutschland und der Welt: Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Coronavirus in Berlin haben wir hier für Sie zusammengetragen. In unserem Newsblog berichten wir über die aktuellen Corona-Entwicklungen in Berlin und Brandenburg. Die deutschlandweiten und internationalen Coronavirus-News können Sie hier lesen. Corona-Hotspots: Die 7-Tage-Inzidenz liegt in mehreren Bezirken und für ganz Berlin über dem kritischen Wert von 50. Hier erfahren Sie täglich die aktuellen Werte des RKI und der Senatsgesundheitsverwaltung. Einen Überblick über alle Corona-Risikogebiete in Deutschland bekommen Sie hier. Diese Regeln gelten für Corona-Hotspots in Deutschland. Zudem zeigen wir in einer interaktiven Karte, wie sich das Coronavirus in Berlin, Deutschland, Europa und der Welt ausbreitet.

Die Knackpunkte: Das Gehalt darf das Teamgefüge nicht sprengen, das dem Vergleich mit Götzes Ex-Club Borussia Dortmund noch lange nicht mithält. Und Preetz und Labbadia müssen richtig überzeugt sein, dass der 28-Jährige nach seinem gravierenden Karriere-Knick sportlich tatsächlich ein Gewinn ist.

Als genau solchen bezeichnete Preetz den vom FC Arsenal ausgeliehenen Mattéo Guendouzi. Der 21-Jährige sei eine „ganz wichtige Option für das zentrale Mittelfeld“. „Auf jeden Fall bin ich hier, um der Mannschaft zu helfen und ich hoffe, dass wir dieses Jahr einiges erreichen können“, sagte Guendouzi in einem Hertha-Video. Tatsächlich war der in London auch durch Undiszipliniertheiten abseits des Feldes aufgefallene Lockenkopf am letzten Transfertag der einzige Berliner Netto-Zugang.

Hertha BSC hat neun Profis geholt und zwölf abgegeben

Außer dem Franzosen verpflichtete die Hertha noch Innenverteidiger Omar Alderete vom FC Basel und holte den ausgeliehenen Eduard Löwen vom FC Augsburg zurück. Im Gegenzug wurde Karim Rekik zum FC Sevilla transferiert und Arne Maier an Arminia Bielefeld ausgeliehen. In Summe hat die Hertha trotz der auf nun insgesamt 374 Millionen Euro angewachsenen Zuwendungen von Investor Lars Windhorst inklusive zurückgekehrten Leihspielern neun Profis geholt und zwölf abgegeben.

„Insofern haben wir unserer Ressourcen, die uns zur Verfügung standen, gerade vor dem Hintergrund der Pandemie vernünftig eingesetzt“, zog Preetz eine Transferbilanz. Der Manager und Labbadia hatten beklagt, dass durch die Windhorst-Millionen ein falscher Eindruck entstanden sei, der dem Verein Verhandlungen erschwert habe.

Im Gegensatz zum Treiben der Hertha, verlief der Deadline Day beim Lokalrivalen 1. FC Union ohne Aufregungen. In Joshua Mees (Holstein Kiel), Berkan Taz (SC Verl) und Lars Dietz (Würzburger Kickers) wurden nur noch drei Profis ohne größere Kaderchancen abgegeben. Geschäftsführer Oliver Ruhnert hatte seine Prioritätenliste schon in der Vorwoche abgearbeitet und nach Max Kruse in Torwart Loris Karius einen Zugang geholt, der auf der langen Hertha-Gerüchteliste stand.