Sportfilme

Von Rocky bis Cool Runnings

Der Sport hat wegen des Coronavirus Zwangspause. Auf spannende Sportunterhaltung muss man deshalb aber noch lang nicht verzichten.

Das jamaikanische Bobteam trainiert in der Badewanne - Szene aus dem Film „Cool Runnings“.

Das jamaikanische Bobteam trainiert in der Badewanne - Szene aus dem Film „Cool Runnings“.

Foto: United Archives / kpa Publicity / pa

Berlin. Die Welt des Sports steht wegen des Coronavirus still. Auf Sportunterhaltung muss man in diesen Tagen dennoch nicht verzichten. Ob spannend, erheiternd oder auf wahren Begebenheiten beruhend – in der Welt der Sportfilme ist für jeden etwas dabei. Die Berliner Morgenpost zeigt eine kleine Auswahl an Sportfilmen, die es einem bestimmt nicht schwer machen, zu Hause zu bleiben.

Über sich hinauswachsen wie „Rocky“

Wer schon einmal die Treppen zum Philadelphia Museum of Art hochgerannt ist, wird sich dagegen kaum wehren können, oben angekommen die Arme nach oben zu recken und in Siegerpose auf dem Vorplatz zu tänzeln – selbst wenn man im ersten Moment so ausgepumpt ist wie „Rocky“ nach seiner ersten Trainingseinheit.

Die Geschichte des Außenseiters Rocky Balboa, auf den niemand etwas setzt, der über sich hinauswächst, den großen Kampf zwar verliert, am Ende aber doch der Gewinner ist, weil er sich selbst besiegt hat, ist ein echter Klassiker. Einer, der jedem Mut macht, dass man nahezu alles erreichen kann, wenn man es schafft, sich selbst zu überwinden. Spätestens beim herzzerreißenden „Adriaaan!“ kurz vor Ende des Films bleibt kaum ein Auge trocken.

Und wer vom „italienischen Hengst“, im Jahr 1976 grandios gespielt von Sylvester Stallone, nicht genug bekommt, der kann sich an inzwischen sieben, wenn auch immer schwächer werdenden Fortsetzungen, erfreuen.

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Zusammenhalt wie beim „Wunder von Bern“

Bis heute rätseln Fußball-Fans, wie eine Übermannschaft, die vier Jahre lang nicht verloren hat, im Moment ihres wichtigsten Spiels scheitern konnte. Es war die Kraft eines Kindes, eines Jungen, der dem Gegner im entscheidenden Moment die Kraft gab, den Glauben daran, jene Ungarn wirklich besiegen zu können.

So jedenfalls lässt es uns Sönke Wortmanns „Das Wunder von Bern“ glauben. Der Augenblick vor dem 3:2 durch den deutschen Nationalspieler Helmut Rahn, der am Spielfeldrand des Berner Wankdorfstadions den jungen „Mattes“ am Spielfeldrand stehen sieht, ohne den er die engen Spiele nicht gewinnen könne, entspringt ohne Zweifel künstlerischer Freiheit.

Doch er dokumentiert auch den Zusammenhalt, den der Fußball bietet. Erst recht für die Gesellschaft und die Familien im Nachkriegsdeutschland des Jahres 1954. Er bringt die Film-Familie Lubanski, deren Sohn Mattes ist, wieder zusammen. Zusammenhalt, wie er in den Familien auch in diesem Tagen wieder gefragt ist.

Schwächeren helfen wie in „Blind Side“

Wie wichtig es ist, anderen, vor allem benachteiligten Menschen zu helfen, und das nicht nur in Zeiten der Coronavirus-Krise, zeigt „The Blind Side“, dem die wahre Geschichte von Michael Oher zugrunde liegt.

Wegen zerrütteter Familienverhältnisse wächst Oher in diversen Heimen auf. Als die wohlhabende Innenarchitektin Leigh Anne („Oscar“ für Sandra Bullock) sich seiner annimmt, ist das der Beginn einer einzigartigen American-Football-Karriere.

Auch wenn der Film nicht ohne das unvermeidliche US-Pathos auskommt, bleibt die unterhaltsame und mitunter rührende Geschichte als ein Appell für das Miteinander.

Liebe als starke Kraft wie in der „Dschungelolympiade“

Wer Kinder hat, wird an der „Dschungelolympiade“ nicht vorbeikommen. Boxende Kängurus, Stier und Elefant beim Gewichtheben, stabhochspringende Krokodile und fußballspielende Dackel machen diesen Zeichentrickfilm zur Unterhaltung für die gesamte Familie.

Das Ganze wird – natürlich – kommentiert von tierischen Reportern. Und eine Botschaft gibt’s in dem Schmuckstück von 1980 auch noch: Liebe kann und wird alle Differenzen überwinden.

Grenzen überwinden wie in „The Other Dream Team“

Earvin „Magic“ Johnson, Larry Bird, Michael Jordan, Charles Barkley – wer diese Namen hört, denkt automatisch an das Dream Team der USA, jener außergewöhnlichen Basketball-Profis, die 1992 die olympische Bühne von Barcelona zu ihrer Spielwiese machten.

Auf dem Weg zum sicheren Gold schalteten die Amerikaner im Halbfinale Litauen aus. Dass die Litauer, angeführt von Arvidas Sabonis und gerade von der sowjetischen Diktatur befreit, überhaupt teilnehmen konnten, hatten sie den Musikern von „Grateful Dead“ zu verdanken.

Die US-Rockband finanzierte den Olympia-Auftritt der Balten, schrille Batik-Shirts inklusive. Eine die Grenzen überwindende Geschichte, von der der Dokumentar film „The Other Dream Team“ erzählt.

An sich glauben wie in „Die schwarze Gazelle“

Wer bei Wilma an einen mit einem Fell bekleideten Mann denkt, der mit seinen Fäusten wild an eine Haustür trommelt und den Namen seiner Frau ruft, ist hier auf dem Holzweg.

Gemeint ist „Die schwarze Gazelle“: Die Sprinterin Wilma Rudolph, so genannt wegen ihres Laufstils, gewann bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom drei Goldmedaillen – nachdem sie eine Kinderlähmung überwunden hatte, an der sie im Alter von vier Jahren erkrankt war.

Gut eineinhalb Stunden bringen ihre außergewöhnliche Geschichte näher.

Vorurteilen trotzen wie in „Cool Runnings“

Dem olympischen Motto „Dabei sein ist alles“ widmet sich eine Disney-Produktion, in der die Protagonisten mit allen Vorurteilen Schlitten fahren. Man nehme vier Jamaikaner, setze sie in einen Bob und mache einen Film daraus.

Eine verrückte Idee, die man 1988 bei den Winterspielen in Calgary/Kanada nur glauben konnte, weil man sie tatsächlich gesehen hatte. „Cool Runnings“ nimmt dabei eine wahre Begebenheit als Ausgangspunkt für eine in großen Teilen fiktive Geschichte: Ein amerikanischer Trainer ist davon überzeugt, schnelle Läufer könnten gute Bobfahrer abgeben und warb deshalb vier jamaikanische Soldaten an. Unterhaltsam.

Furchtlos wie im „Miracle on Ice“

Glauben Sie an Wunder? Wenige Sekunden vor einem der größten sporthistorischen Momente brüllt TV-Kommentator Al Michaels jene Worte in sein Mikrofon, dann ist eine der größten Sensationen perfekt.

Ein besseres Collegeteam der USA besiegt die schier unbezwingbare Eishockeymaschine der UdSSR mit 4:3 und macht damit den Weg frei zu olympischen Gold. Kurt Russell als Trainer Herb Brooks ist Hauptdarsteller im „Miracle on Ice“.

Vorbild sein wie in „Der perfekte Wurf“

Liebhaber von Sport-Biografien wird „Der perfekte Wurf“ gefallen. Erzählt wird der Werdegang eines 2,13 Meter großen Würzburgers, dem kein Korb zu hoch hing und der auszog, die Basketball-Hallen der nordamerikanischen Profiliga NBA zu erobern.

105 Minuten, die belegen, warum Dirk Nowitzki einer der größten, wenn nicht sogar der größte Sportler Deutschlands ist. Und ein Vorbild für alle, wenn es darum geht, seine Träume zu verwirklichen.