Coronavirus

Coronavirus: Die Sportwelt steht so gut wie still

Nach den größeren Ligen bekommen nun immer mehr Sportarten die Folgen der Corona-Pandemie zu spüren. Ein Überblick.

Nicht nur im Fußball hat de Corona-Pandemie weitreichende Auswirkungen.

Nicht nur im Fußball hat de Corona-Pandemie weitreichende Auswirkungen.

Foto: Arne Dedert / dpa

Berlin. Nicht nur die großen Ligen bekommen die Folgen der Corona-Pandemie zu spüren. Auch kleinere Sportveranstaltungen und -ligen müssen Konsequenzen ziehen. Ein Überblick:

Basketball: Die amerikanischen Basketballfans mussten ganz tapfer sein. Nach der Aussetzung des Spielbetriebs in der NBA wurde nun auch die traditionelle „March Madness“ der US-Collegeliga NCAA abgesagt. Bei dem Wettbewerb kämpfen alljährlich die besten 68 Mannschaften aus über 300 US-Colleges über drei Wochen hinweg um den Titel, mit dabei auch der Berliner Franz Wagner mit den Michigan Wolverines. Das Finalturnier hätte vom 4. bis 6. April in Atlanta/Georgia stattfinden sollen.

Berliner Halbmarathon: Besonders hart trifft es auch die 34.000 Teilnehmer des Berliner Halbmarathons. Noch vor wenigen Tagen hieß es, dass der Lauf am 5. April auf jeden Fall stattfinden soll. Am Freitag dann die Absage. „Wir sind, wie alle Beteiligten, enttäuscht – aber dennoch sehr verständnisvoll“, hieß es auf der Homepage der Veranstalter. Am ersten April-Wochenende stand die 40. Veranstaltung des Laufevents mit Sportlern aus rund 100 Nationen auf den Straßen der Hauptstadt auf dem Programm.

Der Lauf über 21,095 Kilometer gehört zu den größten Halbmarathons der Welt und war auch 2020 genau wie bereits in den Vorjahren seit Wochen ausgebucht. Ob das Event zu einem anderen Zeitpunkt nachgeholt werden kann und in welcher Form die Teilnehmer entschädigt werden, ist noch offen. „Die Aufarbeitung dieser äußerst komplexen Situation mit zahlreichen Fragestellungen und die Prüfung weiterer Optionen, bei der eine große Anzahl Beteiligter involviert ist, wird einige Zeit in Anspruch nehmen“, hieß es.

Biathlon: Die Biathleten küren schon ein Wochenende früher als geplant ihre Weltcup-Gesamtsieger. Das Finale in Oslo (20. bis 22. März) wurde abgesagt. Die Verfolgungsrennen in Kontiolahti/Finnland am Sonnabend sind die letzten Events des Winters, die noch stattfinden, bevor die Skijäger ihre Saison vorzeitig beenden.

Eiskunstlauf: Eigentlich sollte vom 18. bis 21. März die Weltmeisterschaft in Montreal (Kanada) stattfinden, diese ist jedoch inzwischen abgesagt.

Formel E: Während sich die Formel 1 lange schwer tat mit endgültigen Absagen, hat die Formel E hart durchgegriffen. In Absprache mit dem Motorsport-Weltverband Fia habe man sich dazu entscheiden, den Rennbetrieb für zwei Monate zu unterbrechen. Vorausgegangen waren Rennabsagen der ePrix in Jakarta (Indonesien), Rom (Italien) und Sanya (China). „Genau jetzt ist die Zeit, verantwortungsvoll zu handeln. Deshalb haben wir uns entschieden, die Saison auszusetzen“, erklärte der Gründer der vollelektrischen Rennserie, Alejandro Agag, am Freitag. In Deutschland ist ein Rennen am 21. Juni in Berlin geplant.

Hockey: Der Deutsche Hockey-Bund hat auch entschieden, den Spielbetrieb in den Bundesligen bis Ende April auszusetzen. Die Verantwortlichen hoffen, die Saison regulär zu Ende spielen zu können. Fest steht aber, dass die Final-Four-Turniere im Mai (23./24.) nicht in der geplanten Form stattfinden wird.

Radsport: Auf unbestimmte Zeit wird auch der Giro d’Italia verschoben. Der neue Termin der dreiwöchigen Rundfahrt soll nicht vor dem 3. April angesetzt werden. Die 103. Ausgabe des Traditionsrennens war eigentlich von 9. bis 31. Mai angesetzt, sollte in Budapest beginnen und in Mailand beendet werden.

Skispringen: Die Skispringer mussten ihre Weltcup-Saison vorzeitig beenden. Nutznießer: Stefan Kraft. Der Österreicher ist Gesamtweltcup-Sieger, Karl Geiger bleibt nur der zweite Platz. Auch die Skiflug-WM in Planica (19. biss 22. März) wurde abgesagt. Medienberichten zufolge ist der kommende Fis-Renndirektor Sandro Pertile, ein Italiener, unter Quarantäne gestellt.

Tennis: Die Absage des Masters-Turniers in Indian Wells war die erste größere Auswirkung, die das Coronavirus auf den Tennis-Zirkus hatte. Nun wurden die anstehenden Miami Open (ab 23. März) ebenfalls gestrichen. Als Reaktion wurde die ATP-Tour für mindestens sechs Wochen unterbrochen, auf der WTA-Tour finden die Turniere in Charleston, Bogota und Guadalajara nicht statt. Der Weltverband verschob zudem das Fedcup-Finalturnier in Budapest auf unbestimmte Zeit. Betroffen davon ist auch die deutsche Frauen-Mannschaft um Teamchef Rainer Schüttler, die sich für die für den 14. bis 19. April geplante Endrunde qualifiziert hatte.

Tischtennis: Und auch der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) stellt seinen Spielbetrieb zunächst bis zum 17. April ein. Die Aussetzung gilt für den kompletten Individual- und Mannschaftsspielbetrieb in Verantwortung des DTTB. Auch der Weltverband ITTF sagte alle Veranstaltungen ab kommenden Montag bis Ende April ab.