Kommentar

Für die Handballer geht’s nur mit Selbstvertrauen nach Tokio

Der Sieg im Spiel um Platz fünf ist wichtig für eine erfolgreiche Olympia-Qualifikation der deutschen Handballer, meint Inga Böddeling.

Julius Kühn (M.) und die deutschen Handballer haben in diesem Jahr noch einiges vor, beobachtet Inga Böddeling.

Julius Kühn (M.) und die deutschen Handballer haben in diesem Jahr noch einiges vor, beobachtet Inga Böddeling.

Foto: dpa/Reto Klar

Seien wir ehrlich! Lust auf dieses Spiel um Platz fünf hatte wirklich niemand mehr. Die Luft bei den deutschen Handballern war raus, die Euphorie abgeflacht. Es ging ja auch um nichts mehr. Und trotzdem hat sich die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop würdevoll verabschiedet – von dieser Europameisterschaft, die mit dem fünften Platz doch noch ein halbwegs versöhnliches Ende nimmt. Mehr war einfach nicht drin!

Der Medaillentraum war früh geplatzt, also musste schleunigst ein neues Ziel her: Olympia in Tokio. Um dort das erhoffte Edelmetall zu holen, muss sich das DHB-Team im April in Berlin ein Ticket für die Sommerspiele sichern. Nach dem Sieg gegen Portugal können Uwe Gensheimer, Paul Drux und Co. dieses Unterfangen immerhin mit einem guten Gefühl angehen.

Mit dem Selbstvertrauen, dass dieses zusammengewürfelte Team aus erfahrenen Leistungsträgern und aufstrebenden Neulingen einiges erreichen kann, nachdem es sich gefunden hat. Mit dem Wissen, dass der Trainer nach der aufkeimenden Diskussion um seinen Job, ein fester Teil des Olympia-Projektes sein wird. Und mit der Motivation, den ewigen Nörglern beweisen zu können, dass diese Mannschaft kein Einstellungsproblem hat.

Eine erfolgreiche Olympia-Qualifikation würde den Fokus nach vorn richten, neue Medaillenträume schüren und diese vermaledeite EM schnell vergessen machen.