Fernsehen

Tennis-Star Andrea Petkovic bringt richtige Farbe ins ZDF

Andrea Petkovic moderiert um 17.10 Uhr zum vierten Mal die Sportreportage im ZDF. Sie ist ein Gewinn, wie eine Zwischenbilanz zeigt.

Die Farbe Rot steht ihr Gut: Tennisspielerin Andrea Petkovic als Moderatorin der ZDF-Sportreportage.

Die Farbe Rot steht ihr Gut: Tennisspielerin Andrea Petkovic als Moderatorin der ZDF-Sportreportage.

Foto: Torsten Silz / dpa

Berlin.  Sie trug wieder die Farbe Rot. Doch statt eines Kleids wählte die Tennisspielerin diesmal eine Kombination aus Jackett, Hose und durchsichtiger Bluse. Es passte wieder einmal zu Andrea Petkovic. Zu ihren langen brünetten Haaren, die sie diesmal geschlossen trug. Und zu ihrem Temperament, das sie ja auch sonst auf dem Tennisplatz zeigt. Ja, Andrea Petkovic bringt Farbe ins ZDF-Programm.

Petkovic sagte die Australian Open wegen einer Verletzung ab

Zum dritten Mal moderierte die 32-jährige Sportlerin am Sonntag die ZDF-Sportreportage. Weil sie verletzungsbedingt die am Montag startenden Australian Open absagen musste, stand sie also statt in Melbourne nun in Mainz vor der Kamera. Und sie ist ein Gewinn.

Video Petkovic

Denn: Sie ist vor allem – sympathisch. Und das ist beileibe nicht jede/r ZDF-Moderator/in, der/die ehrlichen Charme mit hyperventilierter Fröhlichkeit verwechselt. Andrea Petkovic steht dagegen mit langen Beinen auf festem Boden und schließt jede Moderation mit einem breiten Lächeln ab.

Sie hat eine angenehme dunkle Stimme, mit der sie klar artikuliert und moduliert und nur in einen kleinen Singsang verfällt, wenn es etwas Besonderes zu vermelden gibt. Zum Beispiel, dass Hertha immer noch „zwei“ Plätze in der Tabelle hinter Union steht.

Und mittlerweile hat sie auch ihre linke Hand im Griff, die in den ersten beiden Sendungen immer ein bisschen planlos in der Luft herum wedelte. Diesen Sonntag hielt sie sich praktischerweise zunächst an Karteikarten fest, um am Ende einmal beide Hände auszubreiten. Geht auch.

Dass sie mal aus einem „Nagelsmann“ einen „Nagelmann“ oder besonders akzentuiert den neuen norwegischen BVB-Wunderstürmer Haaland mit bedeutender Pause zum „Hoolon“ machte, ist sicher der Aufregung geschuldet.

Interviews wie mit ZDF-Experte Hanno Balitsch führte sie routiniert im Plauderton auf Augenhöhe. Und sagte jeden Beitrag so fröhlich an, dass man sich darauf freut.

Auf Themen, die wie immer in der Sportreportage sich mit der Analyse vergangener Ereignisse (die bittere Handball-Niederlage gegen Kroatien), menschelnden Geschichten (ist RB-Leipzig-Coach Julian Nagelsmann arrogant?) oder Hintergründigem, für das in der Regel kein Platz in der aktuellen Berichterstattung ist (der Herstellerstreit im deutschen Bobsport) beschäftigten.

Die Sportreportage ist und war (genauso wie der wunderbare ZDF-„Sportspiegel“, den es leider seit Langem nicht mehr gibt) gerade an einem so (winter)sportreichen Sonntag wie diesem immer ein wichtiger Farbtupfer, setzt Akzente, gewichtet fern atemraubender Aktualität.

Andrea Petkovic setzt dabei eine neue Nuance, durch ihr Outfit, ihre Ausstrahlung, ihre (gebändigte) Lebendigkeit. Sie trifft den in Aussprache und Aussehen richtigen (Farb)-Ton.

Günther Jauch würdigt Norbert König

Da passte es gut, dass sich im Einspieler niemand Geringeres als Günther Jauch meldete, der einen anderen verdienstvollen Kollegen, Norbert König, zu 30 Jahren Moderation in der ZDF-Sportreportage beglückwünschte.

Als der begann, war Andrea Petkovic gerade einmal zwei Jahre alt, was sie durch ein süßes Kinderbild hinter einem Tennisschläger veranschaulichte. Norbert König machte dabei vor allem offenbar durch seine sehr bunten Pullover Furore, was die ZDF-Sportreportage in einem wahrlich sehr farbenfrohen Abspann würdigte.

So wie es aussieht, wird das Andrea Petkovic wohl nicht passieren. Denn sie trägt uni. Und die Farbe Rot passt ihr dabei so gut wie die Sendung zu ihr. Sie bringt neues Leben in diesen Wohlfühl-Laden namens ZDF. Und könnte sogar bald reif für das Sportstudio sein..