Hockey

Hallenhockey-EM soll Sprungbrett für Trainer Altenburg sein

Coach Valentin Altenburg würde gern wieder das deutsche A-Team übernehmen. Dazu wäre ein Top-Resultat bei der Hallen-EM hilfreich.

Bundestrainer Valentin Altenburg strebt mit dem Team die Goldmedaille an.

Bundestrainer Valentin Altenburg strebt mit dem Team die Goldmedaille an.

Foto: Oliver Zimmermann / picture alliance / foto2press

Berlin. Es klang durchaus etwas despektierlich, als ein Journalist das deutsche Team für die Hallenhockey-EM in Berlin angesichts etlicher Ausfälle als „Best of the Rest“ bezeichnete. Doch wer nun erwartet hatte, dass Bundestrainer Valentin Altenburg vehement widersprechen würde, sah sich getäuscht. Denn im Grunde sah es Altenburg ja genauso, obwohl er es anschließend etwas netter formulierte.

„Von denen, die uns zur Verfügung stehen, sind es die besten Hallenspieler“, sagte er. „Aber natürlich würde die Mannschaft ganz anders aussehen, wenn die Spieler des A-Teams dabei wären.“ Die erste Garde des deutschen Hockeysports weilt momentan jedoch in Valencia, um sich dort auf die nächsten Spiele in der FIH Pro League vorzubereiten.

Beim Hallenchampionat in der Hauptstadt bekommt deshalb die zweite Reihe ihre Chance, die nach den Olympischen Spielen in Tokio auch auf dem Feld noch mehr Verantwortung übernehmen soll. Das würde gern auch Valentin Altenburg. Bereits im vergangenen Herbst, als der Verband einen Nachfolger für den zurückgetretenen Stefan Kermas suchte, hatte er bekräftigt, dass er gern wieder das Amt des A-Trainers übernehmen würde, das er von 2015 bis 2016 schon einmal inne hatte.

Schwere Gruppe mit Belgien, Tschechien und den Niederlanden

Der DHB entschied sich letztlich jedoch für Kais Al Saadi – für Altenburg blieb vorerst nur der Posten des U21- und Hallentrainers. Nach Tokio, so sagt er, könne er sich aber durchaus vorstellen, die A-Nationalmannschaft zu übernehmen. Ein gutes Ergebnis bei der Hallen-EM wäre dafür sicher nicht die schlechteste Empfehlung.

Das Kontinentalturnier im Horst-Korber-Zentrum ist für Sonnabend und Sonntag bereits ausverkauft, für den Auftakt am Freitag (ab 10 Uhr) so gut wie. Die Erwartungen des Heimpublikums sind groß, ganz im Gegensatz zur Erfahrung aufseiten des Gastgeberteams. Gerade einmal 25 Hallen-Länderspiele hat das deutsche Aufgebot insgesamt auf dem Buckel. Ursprünglich sollte es komplett durch die U21 bestückt werden. Dass mehrere Junioren nun aber ebenfalls für das Trainingslager in Spanien abgezogen wurden, verstärkt den Eindruck eines B-Teams für Berlin bloß noch.

„Das Team ist eine echte Wundertüte. Genau das müssen wir zu unserem Vorteil nutzen, indem wir frech aufspielen“, meinte der Bundestrainer. Trotz der kurzen Vorbereitung und einer deutlichen 3:9-Schlappe im letzten Test am Donnerstag gegen Titelverteidiger Österreich ließ der Coach aber keinen Zweifel daran, dass für seine Mannschaft nur die Goldmedaille zählt: „Unser Ziel ist es, Europameister zu werden“, sagte er. Doch schon die Vorrundengruppe hat es in sich – Belgien, Tschechien und die Niederlande sind allesamt keine Laufkundschaft. „Da müssen wir gleich voll da sein“, forderte Valentin Altenburg.