Bundesliga

Gladbach empfängt den FC Bayern: Sturmwarnung am Niederrhein

| Lesedauer: 3 Minuten
Patrick Strasser
Bayern-Stürmer Robert Lewandowski (2.v.l.) war beim jüngsten Sieg der Bayern in Gladbach (Endstand 5:1) kaum zu stoppen. Hier behauptet er sich gegen Mathias Ginter, Oscar Wendt und Nico Elvedi (v.l.).

Bayern-Stürmer Robert Lewandowski (2.v.l.) war beim jüngsten Sieg der Bayern in Gladbach (Endstand 5:1) kaum zu stoppen. Hier behauptet er sich gegen Mathias Ginter, Oscar Wendt und Nico Elvedi (v.l.).

Foto: Laci Perenyi / picture alliance / Laci Perenyi

Spitzenreiter Gladbach glänzt im Angriff mit einem Trio, Gegner FC Bayern ist abhängig von Lewandowski. Welche Offensive ist stärker?

München. Zwischen Gladbach und den Bayern steht Duell Nummer 103 an. Es ist: komisch. „Die Vorzeichen sind diesmal ein bisschen anders“, sagt Bayerns Übergangscheftrainer Hansi Flick vor dem Topspiel am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) im Borussia-Park. Ein bisschen?

Die Münchner kommen als Tabellenvierter, fordern den Primus der Liga heraus, können die „Fohlen“ bei vier Punkten Abstand aber nicht einholen, höchstens aus dem Tritt bringen. Am Niederrhein wurde es oft schmerzhaft. 20 Mal verlor Bayern in Gladbach in der Liga, nirgendwo öfter. Und gegen niemand anderen kassierten sie mehr Gegentreffer: 128.

Die aktuelle Offensive der Mannschaft von Trainer Marco Rose besticht durch schnelle Konter, enormen Tordrang und Ausgeglichenheit in Sachen Toreffizienz (siehe unten). Bayerns Top-Torjäger Robert Lewandowski hat allein 16 der 34 Treffer der Bayern in der Liga erzielt. Sturmwarnung – hier und da!

„Beide Teams agieren sehr offensiv“, sagte Flick am Freitag, „sie fahren ihre Angriffe sehr dynamisch und mit sehr viel Speed. Das ist schön anzusehen.“ Auch am Sonnabendnachmittag von der Bayern-Bank aus? Welches Angriffstrio hat mehr Power, Dynamik und Speed? Ein Vergleich:

Alassane Plea (26 Jahre/vier Tore):

Der Franzose kam im Sommer 2018 aus Nizza zur Borussia (Ablöse: 23 Millionen Euro). In der Vorsaison war er mit zwölf Treffern zwar der Top-Torjäger, dies jedoch als Alleinunterhalter im Angriff. Plea, Spitzname „Lasso“, bisher ein Länderspiel, sagt: „Wir können an einem guten Tag alles erreichen. Es wird auf die Mannschaftsleistung ankommen. Jeder muss 100 Prozent geben.“

Marcus Thuram (22/6):

Der zweite Franzose des Offensiv-Trios, im Sommer für lediglich neun Millionen Euro Ablöse von Guingamp verpflichtet, war in den vergangenen neun Ligaspielen an zehn Treffern beteiligt. Der Sohn von Frankreichs Legende Lilian Thuram bekam als Kind Fußballschuhe geschenkt – von Lionel Messi. Nach ein paar Mal Tragen gab er die Schuhe weiter. Heute ist der Hüne (1,92 Meter) mit dem fixen Antritt Fan von Cristiano Ronaldo.

Breel Embolo (22/5):

Bei Schalke war der Schweizer vom Pech verfolgt, fehlte an mehr als 600 von rund 1000 Tagen verletzt (unter anderem wegen einer schweren Knöchelblessur 2016/17). Unter Rose blüht Embolo auf, geholt wurde er für den Schnäppchenpreis von zehn Millionen Euro. „Die Abläufe sind immer klar, egal, wer auf dem Platz steht“, sagt Embolo, „jeder kann sich auf jeden verlassen.“ Weil so viel Qualität im Kader sei, wird „jeder gepusht“.

Robert Lewandowski (31/16):

Über die bayerische Lebensversicherung aus Polen muss man keine großen Worte verlieren – eine Zahl sagt alles. Dem Mittelstürmer fehlen nur noch zwei Tore, um mit Gladbach-Legende Jupp Heynckes (220 Bundesligatreffer für die „Fohlen“ und Hannover 96) gleichzuziehen.

Serge Gnabry (24/4):

Beim Flügelstürmer ist auffällig, dass es entweder richtig läuft (vier Tore in Tottenham, drei im DFB-Dress gegen Nordirland) oder er mehrere Spiele durchhängt und größte Chancen wie gegen Leverkusen nicht nutzt. Dennoch: Einer der Shootingstars der Saison.

Kingsley Coman (23/1):

Wechselt mit Gnabry während einer Partie mehrmals die Seiten, sein Sahne-Flügel ist jedoch der linke. Comans Ding ist das Dribbling, das Eins-gegen-eins und die Torvorbereitung. Der Franzose erzielte seinen letzten (und diese Saison einzigen) Liga-Treffer Ende August. Zu wenig.