Bob

„Friedrich der Große“ geht auf Rekordjagd

Die Olympiasieger Francesco Friedrich und Mariama Jamanka starten als große Favoriten in den Bob-Weltcup.

Foto: dpa

Lake Placid. Die Vorzeichen sprechen eindeutig für die nächste Rekordjagd des schier unaufhaltsamen Francesco Friedrich. Im kleinen Schlitten ist der Bob-Dominator seit fast zwei Jahren ungeschlagen, im Vierer triumphierte er bei den vergangenen drei Großereignissen - und bei der WM in diesem Winter kann „Friedrich der Große“ ausgerechnet auf seiner Heimbahn in Altenberg die nächste Bestmarke ins Visier nehmen.

Francesco Friedrich will den sechsen WM-Titel in Serie

„Diese WM ist für uns fast gleichzusetzen mit den Olympischen Spielen, denn diese Heim-WM wird es in der Konstellation für uns nicht mehr geben“, sagt der 29-Jährige vor dem anstehenden Weltcup-Auftakt in Lake Placid an diesem Wochenende. Das Saisonziel ist klar: Mit dem sechsten Zweier-Titel in Serie könnte er den legendären Italiener Eugenio Monti überflügeln und die Bestmarke für sich allein beanspruchen. Dieses Vorhaben sei „natürlich nochmal etwas Besonderes“, sagt der neunmalige WM-Champion.

Doch der Weg zu den Titelkämpfen in der sächsischen Heimat ist weit. Und so heißt es für Friedrich und das restliche deutsche Team beim Doppelauftakt auf der Olympiabahn von 1932 und 1980, in die Saison zu finden. Das war dort im Vorjahr nur Friedrich geglückt. Der eine Woche nach hinten verschobene Weltcup startet mit zwei Rennen im kleinen Schlitten, eine Woche später finden an selber Stelle ebenfalls zwei Vierer-Wettbewerbe statt.

„Im letzten Jahr war Lake Placid die Station, wo wir am schlechtesten abgeschnitten haben. Deshalb sind diese beiden Wochen ganz wichtig: Wir werden uns die Bahn ganz akribisch erarbeiten und versuchen, Details zu bearbeiten“, kündigte Bundestrainer Rene Spies an. Den Bob-Chef stellte bereits die Nominierung für den Weltcup-Auftakt vor eine große Herausforderung. Denn hinter dem gesetzten Friedrich entwickelte sich ein spannender Kampf um die verbleibenden Plätze.

Nach einer „Selektion, die es in sich hatte“ (Spies) schickt der Coach neben Friedrich vorerst den schwächelnden Stuttgarter Ex-Weltmeister Johannes Lochner und Vierer-Meister Christoph Hafer in den USA an den Start. Kurz vor Jahresende gibt es auf der WM-Bahn in Altenberg aber ein erneutes Ausscheidungsrennen, das den Kader für die zweite Saisonhälfte und den Saisonhöhepunkt (17. Februar bis 1. März) bestimmt.

Berlinerin Jamanka ist als Top-Pilotin gesetzt

Dort müssen sich Lochner und Hafer erneut beweisen. „Normalerweise schnaufen die Etablierten in der Saison nach Olympia durch, dann zeigen meistens die jungen Sportler, dass sie da sind und hauen dazwischen. Bei uns ist das letztes Jahr komplett ausgefallen. Aber in diesem Winter kommen sie mit Wucht“, sagt Spies. So kämpft der deutsche Zweierbob-Meister Richard Oelsner noch um seinen WM-Platz, aber auch der Olympiazweite Nico Walther, der nach einem Trainingssturz noch verletzt ausfällt.

Bei den Frauen gestaltet sich die Situation hinter Olympiasiegerin Mariama Jamanka ebenfalls eng. Die Olympiavierte Stephanie Schneider und Debütantin Kim Kalicki erhalten zum Weltcupstart den Vorzug und müssen sich um Weihnachten dann ebenfalls erneut mit der nationalen Konkurrenz messen. Dabei geht es aber nur noch um einen Kaderplatz: Die deutsche Meisterin Laura Nolte ist wie Jamanka für die zweite Saisonhälfte gesetzt.