Eisschnelllauf

Pechsteins Lebensgefährte will DESG-Präsident werden

Pechsteins Freund Matthias Große sieht dringenden Handlungsbedarf und will Eisschnelllaufverband vor dem Untergang retten.

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein.

Eisschnellläuferin Claudia Pechstein.

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Inzell. Claudia Pechsteins Lebensgefährte Matthias Große hat seine Ambitionen auf das Präsidenten-Amt bei der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) bestätigt. Er wolle den Verband „vor dem drohenden Untergang“ retten. „Dieser Verband hat so viele Verbindlichkeiten. Man weiß nicht einmal, ob sie nicht schon hätten Insolvenz anmelden müssen. Es geht einfach nicht weiter so“, erklärte der Freund der fünfmaligen Olympiasiegerin am Freitag. „Ich will Flagge zeigen.“

Pechstein hatte am Vorabend den Namen von Große als Nachfolger der überraschend zurückgetretenen Präsidentin Stefanie Teeuwen ins Spiel gebracht. „Ein Rücktritt einen Tag vor der Eisschnelllauf-Saison ist so was von unprofessionell. Es sei denn, es ist ihr persönliches Leid widerfahren“, kritisierte der Berliner Immobilien-Unternehmer.

Präsidium will bis Ende nächster Woche reagieren

Wenn er Verantwortung übernähme, würde er den Verband „komplett durchrütteln“. Er habe erlebt, was sich dort abspiele, wo nur hinter dem Rücken von Betroffenen geredet werde. „Wer soll diese Suppe auslöffeln? Es geht um die Zukunft der Sportler und des Verbandes“, sagte Große. Wenn jetzt nicht gehandelt wird, werde „es den Verband 2022 nicht mehr geben“.

Das verbleibende DESG-Präsidium, so hieß es in einer vor Pechsteins Vorstoß verbreiteten Mitteilung, werde für die Nachfolgeregelung nun „entsprechende Schritte einleiten und bis Ende nächster Woche dazu kommunizieren“. Über die Gründe von Teeuwens Rücktritt wird derweil spekuliert.

Im Hintergrund, so viel lässt sich sagen, rumort es bei der DESG, die vor dem Saisonstart bei den internationalen deutschen Meisterschaften am Wochenende eigentlich eine Aufbruchstimmung verbreiten will.