Amateurfußball

Niedergeschlagener Referee: „Angriff auf den Amateurfußball“

Der kürzlich im Raum Münster bewusstlos geschlagene Schiedsrichter meldet sich erstmals zu Wort – und warnt vor Pauschalisierungen.

Nicht nur Schiedsrichter, auch Verbände und Vereine zeigen Gewalt auf Fußballplätzen die Rote Karte.

Nicht nur Schiedsrichter, auch Verbände und Vereine zeigen Gewalt auf Fußballplätzen die Rote Karte.

Foto: Patrick Seeger / dpa

Frankfurt/Main. Der bei einem C-Liga-Fußballspiel brutal niedergeschlagene hessische Schiedsrichter hat sich erstmals seit dem Vorfall Ende Oktober geäußert. „Es war nicht nur ein Angriff auf mich als Schiedsrichter. Das war ein Angriff auf unseren Amateurfußball“, erklärte der Referee auf seiner Facebook-Seite und bedankte sich bei allen Helfern sowie für die große Anteilnahme und Unterstützung.

Der 22-Jährige war in der Partie des FSV Münster gegen den TV Semd von einem Spieler der Gastgeber bewusstlos geschlagen worden. Ein Rettungshubschrauber brachte ihn damals ins Krankenhaus. Inzwischen konnte er das Krankenhaus wieder verlassen und befindet nach eigener Aussage „auf dem Weg der Besserung.“ Derzeit erholt er sich daheim von den Folgen der Tat.

Herkunft sei nicht das Problem

Der Referee bat aber, nur den Einzeltäter zu sehen und distanzierte sich von jeglichen Angriffen auf den gesamten Verein oder die Familie des Täters sowie von der Debatte über die Nationalität und Herkunft des Spielers.

„Für mich macht dies keinen Unterschied“, sagte der Unparteiische vom GSV Breitenbrunn. Er glaube auch nicht, dass „die AFD das Problem für die Gewalt auf unseren Sportplätzen ist. Die AFD ist aber bestimmt auch nicht die Lösung!“

Münster hatte nach der Prügelattacke seine 1. Mannschaft vom laufenden Spielbetrieb abgemeldet, den Täter aus dem Verein ausgeschlossen und diesem ein lebenslanges Hausverbot erteilt.