Baseball

Berliner Kepler muss seine Rekord-Saison früh beenden

Mit dem Titel wird es auch in dieser Saison nichts für Major-League-Profi Max Kepler. Seine Minnesota Twins scheitern im Viertelfinale.

Baseball-Profi Max Kepler (M.) stellte mit 36 Homeruns einen Rekord auf.

Baseball-Profi Max Kepler (M.) stellte mit 36 Homeruns einen Rekord auf.

Foto: Carlos Osorio / dpa

Minneapolis. Als der Angstgegner aus New York mit Champagnerduschen seinen Sieg feierte, war die historisch gute Saison der „Homerun-Könige“ um den Berliner Max Kepler historisch schlecht zu Ende gegangen. Mit 1:5 hatte der beste deutsche Baseballer mit den Minnesota Twins auch das dritte Spiel der Play-off-Serie gegen die Yankees verloren. Statt des erhofften Einzugs in die World Series gab es das sang- und klanglose Aus im Viertelfinale.

Die Serie endete 0:3, ein sogenannter „Sweep“, die Höchststrafe. Und das ausgerechnet gegen den Rekordmeister, und das vielleicht meistgehasste Sportteam der USA. Damit hält der Fluch an: Zum siebten Mal hatten die Twins seit 2003 das Play-off erreicht, sechs Mal trafen sie dabei auf die Yankees – und sechs Mal verloren sie.

„Es war ein großartiges Jahr“, sagte Twins-Manager Rocco Baldelli, obwohl sein Klub nun seit 16 Spielen auf einen Sieg in einer K.o.-Runde wartet – ein „Kunststück“, das in den vier großen Profiligen nur das Eishockey-Team Chicago Blackhawks aus der NHL zwischen 1975 und 1979 gelang.

Kepler stellt Homerun-Rekord für Europäer auf

Doch die Twins und vor allem Kepler auf das Play-off-Aus zu reduzieren, würde viel zu kurz greifen. „Wir haben eine ganz spezielle Gruppe von Menschen. Wir hatten die Chance, einigen Spielern dabei zusehen zu dürfen, wie sie neue Höhen erreichten“, sagte Baldelli, der bei den Twins sein Rookie-Jahr als Manager absolvierte.

Und einer davon war Kepler. Der Berliner spielte seine mit Abstand beste Saison und half maßgeblich dabei mit, dass die Twins von einem zumeist dankbaren, zu einem gefürchteten Gegner wurden. Mit 101 Siegen in der regulären Saison erreichten sie die zweitbeste Ausbeute der Klubgeschichte, ihre 307 Homeruns in der regulären Saison bedeuteten Liga-Rekord. Als erstes Team überhaupt hatten sie zudem fünf Spieler, die mehr als 30 Homeruns schlugen.

Kepler steuerte dabei 36 der umgangssprachlichen „Bombs“ bei. Noch nie erreichte ein europäischer Spieler einen solchen Wert, der 26-Jährige, der vor zehn Jahren in die USA ging, hat in Minnesota sein sportliches Glück gefunden.

Berliner kassiert 35 Millionen Dollar in fünf Jahren

Doch zuletzt musste auch Kepler der kräftezehrenden Saison Tribut zollen. Von Schulterproblemen geplagt verpasste er 16 der letzten 19 Begegnungen in der regulären Saison. In den drei Spielen gegen die Yankees gelang ihm kein einziger Hit.

Das Vertrauen der Twins, die ihn im Februar mit einem mit 35 Millionen Dollar dotierten Fünfjahresvertrag ausstatteten, ist jedenfalls groß. Seit Saisonbeginn geht er als erster seines Teams an das Schlagmal – eine Auszeichnung. Nun müssen die Twins allerdings beweisen, dass sie kein „One-Hit-Wonder“ sind. Und vielleicht klappt es dann auch irgendwann mal gegen die Yankees.