Kommentar

Eine bittere Vorahnung für die Fußball-WM

Die Leichtathletik-WM in Doha hat wenig Hoffnung auf ein fulminantes Fußball-Fest im Winter 2022 gemacht, meint Inga Böddeling.

Es waren Bilder wie diese beim Marathon der Frauen, die noch mehr Kritik an der Auswahl des WM-Gastgebers aufkommen ließen.

Es waren Bilder wie diese beim Marathon der Frauen, die noch mehr Kritik an der Auswahl des WM-Gastgebers aufkommen ließen.

Foto: Alexander Hassenstein / Getty Images for IAAF

Kollabierte Sportler, leere Tribünen und zweifelhafte Perspektiven aus ach so innovativen Startblockkameras – es sind Bilder wie diese, die von der Leichtathletik-WM in Katars Hauptstadt Doha in Erinnerung bleiben. Von diesen Welttitelkämpfen der absoluten Extreme. Dabei waren es weniger aufsehenerregende Leistungen, die für Schlagzeilen sorgten. Es waren eher extreme Temperaturen, die extrem maue Stimmung und eine zusätzlich extrem umstrittene Menschenrechtslage.

Besonders absurd wurde es, als Weltverbandspräsident Sebastian Coe die Kritik an dem Desaster in der Wüste einfach weglächelte und am Abschlusstag fabulierte, dass Katar „ein tolles Land für die Leichtathletik“ sei. Weil dort die Sportler endlich mal ihre Ruhe bei Wettkämpfen haben? Weil sicher jeder Geher oder Marathonläufer gern bei über 30 Grad mitten in der Nacht durch menschenleere Straßen läuft?

Nur an einem Tag soll das Stadion ausverkauft gewesen sein

Ausverkauft war das heruntergekühlte Khalifa-Stadion angeblich nur, als Katars Hochsprung-Star Mutaz Barshim Gold holte. Wobei die Massen auch schon wieder verschwunden waren, als die Siegerehrung auf dem Programm stand. An den übrigen Tagen mussten Zuschauer mit freiem Eintritt regelrecht geködert werden.

Leichtathletik-Euphorie im Wüsten-Staat? Völlige Fehlanzeige. Und Vorfreude auf die ohnehin schon extrem kritisierte Fußball-WM im Winter 2022 hat dieses Leichtathletik-Event sicher nicht geschürt.