Jugend trainiert für Olympia

Die ewige Jugend wird 50

Vor 50 Jahren fand zum ersten Mal „Jugend trainiert für Olympia“ statt, mit 1650 Teilnehmern. Dieses Jahr starteten 800.000 Schüler.

Die Berliner Schüler auf dem Weg ins Olympiastadion. Ihre Fahne trägt Olympiasiegerin Natascha Keller.

Die Berliner Schüler auf dem Weg ins Olympiastadion. Ihre Fahne trägt Olympiasiegerin Natascha Keller.

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Berlin. Schwimm-Olympiasiegerin Britta Steffen darf das olympische Feuer entzünden, Hockey-Olympiasiegerin Natascha Keller die Fahne der Berliner Schüler tragen, Schwimm-Olympiasieger Michael Groß klettert auf ein Podest und macht Fotos vom Stadion. Sogar Sportstars wie sie, die ihre Karrieren mit „Jugend trainiert für Olympia“ begannen und ihr Ziel mit dem Gewinn olympischer Goldmedaillen schon vor einiger Zeit erreicht haben, sind sichtbar mit großer Aufregung und Begeisterung dabei. Genau wie rund 4500 Schüler aus 16 Bundesländern, die sich in diesem Jahr für die Finalwettbewerbe qualifiziert haben.

Sie alle dürfen mit ihren Mannschaften eine Runde auf der blauen Bahn drehen. Und erhalten freundlichen Applaus von rund 7000 weiteren Berliner Schülern und ihren Lehrern, die diesen Montag zu ihrem Projekttag gemacht haben. Nicht in jedem Jahr werden die Teilnehmer so gefeiert wie diesmal im Berliner Olympiastadion.

800.000 Schüler in 16 Bundesländern in den Vorkämpfen

Es wird ja auch nicht jedes Jahr ein runder Geburtstag begangen. Vor 50 Jahren, 1969 also, fand die Premiere des Wettbewerbs statt. Seinerzeit nahmen insgesamt 1650 Kinder und Jugendliche teil, nur in den Sportarten Schwimmen und Leichtathletik. Es gab keine Vorkämpfe. Wer mitmachen wollte, reiste ins damalige West-Berlin. Diesmal starteten 800.000 Schüler in 16 Bundesländern zu den Vorkämpfen in 26 Disziplinen. Das Kind ist erwachsen geworden. Und es ist trotzdem jung geblieben.

Denn jedes Jahr kommen neue Talente in die Hauptstadt. So scheint es fast, als würden die Teilnehmer niemals älter. Nicht nur mit ihrer Vielzahl präsentieren sie, wie der Sport gewachsen ist. Heute steht „Jugend trainiert für Olympia“ selbstverständlich auch für Inklusion, seit 2012 wird parallel für die Paralympics geübt, für die Weltspiele der Sportler mit Handicap.

Geplant: Berlin ansehen, vor allem aber gewinnen

In seiner Begrüßungsrede lobte Bundespräsident und Schirmherr Frank-Walter Steinmeier diese Entwicklung und den Sport insgesamt: „Der Wettbewerb führt Sportler mit und ohne Behinderung zusammen, sie lernen sich kennen, unterstützen sich gegenseitig, sind füreinander da“, sagte er, „ich finde, dieses Miteinander ganz verschiedener Menschen, dieser Zusammenhalt im Sport ist ein großes Vorbild für uns alle. Ich wünsche mir jedenfalls mehr Teamgeist in der ganzen Gesellschaft.“

Wie besonders es für sie ist, zum ersten Mal im Leben im Olympiastadion zu sein, ist vielen Jugendlichen anzumerken. „Es ist viel größer, als ich gedacht hätte“, sagt ein Mädchen aus Schleswig-Holstein, das sich mit seiner Schule im Tischtennis für das Finale qualifizierte und zweierlei vorhat: „Ein bisschen Berlin ansehen, aber vor allem gewinnen.“ Das klingt sportlich und passt genau zu dieser Veranstaltung. Die Wettbewerbe begannen noch am selben Nachmittag und dauern bis Donnerstag.