American Football

Feuerwerk für die Berlin Kobra Ladies

Die Berlin Kobra Ladies sind im Ladiesbowl der klare Favorit. Schließlich wurden sie in den vergangenen 13 Jahren elf Mal Football-Meisterinnen.

Jubeln in Serie: 19 Mal in Folge haben die Kobra Ladies gewonnen.

Jubeln in Serie: 19 Mal in Folge haben die Kobra Ladies gewonnen.

Foto: Jan Baldszuhn

Berlin. Halbnackt ließen sich die Footballerinnen der Berlin Kobra Ladies vor dem Halbfinale um die deutsche Meisterschaft ablichten. Gerade so bedeckten die Brustpanzer die privatesten Stellen. In erster Linie diente das Fotoshooting dazu, im Rahmen der Aktion „Pink Ribbon“ die Sensibilität für Brustkrebs zu stärken. Es war aber auch ein Ausdruck des großen Selbstvertrauens, mit dem die Kobra Ladies in ihrer Sportart zur Sache gehen.

Seit 19 Spielen ungeschlagen

Auch vor dem Finale am Sonnabend (15 Uhr, Stadion Wilmersdorf) gegen die Stuttgart Scorpion Sisters haben die Berlinerinnen wieder allen Grund, optimistisch zu sein. Seit 19 Spielen haben sie in der Bundesliga nicht mehr verloren. Durch ein 19:10 im Halbfinale gegen Köln sicherte sich die Mannschaft zum 14. Mal in Folge die Teilnahme am Ladiesbowl.

Elf Mal in den vergangenen 13 Jahren haben die Kobra Ladies den Titel gewonnen, die auch dieses Mal wieder der Favorit sind. „Wir nehmen diese Rolle an“, sagt Trainer Lukasz Kroll. Seit drei Jahren betreut er die Kobra Ladies und hat in dieser Zeit schon erlebt, welch besondere Stellung sich der Verein im deutschen Football erarbeitet hat. Wenn er anderen davon berichte, dass er ein Frauenfootballteam betreut, sei die erste Reaktion meist eher skeptisch.

Nachfolger der Berlin Adler Girls

„Aber wenn ich sage, dass ich die Kobra Ladies trainiere, wissen die Leute gleich Bescheid. Das ist eine andere Hausnummer“, meint er. Das Team wurde 2004 als Nachfolger der Berlin Adler Girls gegründet, die davor ebenfalls zehn Mal deutscher Meister waren. Berlin ist die Hochburg des Frauenfootballs.

Auch deshalb hat sich der Landesverband (AFCVBB) in diesem Jahr erstmals um die Austragung des Ladiesbowl bemüht. Zum sechsten Mal wird das Endspiel in der Hauptstadt ausgetragen, doch zum ersten Mal tritt der Verband selbst als Ausrichter in Erscheinung. „Wir möchten den Frauenfootball stärker fördern und dafür ist dies ein starkes Zeichen“, sagt Vizepräsident Cem Herder.

An Schulen auf Mädchen zugehen

In diesem Jahr wurde bereits ein weibliches Auswahlteam aus der Taufe gehoben, zudem will man an den Schulen künftig verstärkt junge Mädchen ansprechen. „Das Thema Gleichstellung ist uns sehr wichtig“, sagt AFCVBB-Präsident Fuad Merdanovic. Die Veranstaltung am Sonnabend soll dem Endspiel der Männer jedenfalls in nichts nachstehen. Zahlreiche Footballvereine präsentieren sich, es gibt Feuerwerk und die Nationalhymne, Cheerleader sollen das Publikum in Stimmung bringen. „Wir wollen für echtes Endspielflair sorgen“, sagt Cem Herder. Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein Heimsieg für die Kobra Ladies.