Ski-Star

Elf Tage vermisst: Spanierin Fernandez-Ochoa tot aufgefunden

Die Leiche von Ex-Slalomläuferin Blanca Fernandez Ochoa, Olympia-Dritte von Albertville 1992, wurde in einem Gebirge gefunden.

Slalomläuferin Blanca Fernandez Ochoa errang in Albertville 1992 mit der Bronzemedaille ihren größten Erfolg.

Slalomläuferin Blanca Fernandez Ochoa errang in Albertville 1992 mit der Bronzemedaille ihren größten Erfolg.

Foto: Frank Leonhardt / picture-alliance / dpa

Madrid.  Die seit elf Tagen vermisste ehemalige Skirennläuferin Blanca Fernández Ochoa ist am Mittwoch tot in einem Gebirge nahe Madrid gefunden worden.

Die Leiche der 56-jährigen Olympia-Medaillengewinnerin sei auf dem Gipfel La Peñota (1945 Meter) in der Sierra de Guadarrama entdeckt worden, berichtete die spanische Zeitung „El País“ unter Berufung auf Polizeiquellen. Den Angaben zufolge soll sie eine schwere Kopfverletzung aufweisen, die vermutlich von einem Sturz stammt.

Seit Tagen hatten hunderte Einsatzkräfte - darunter Polizisten mit Spürhunden, die Zivilgarde und freiwillige Helfer - das Wandergebiet durchkämmt. Zuletzt waren auch Drohnen in dem teilweise unwegsamen Gebiet eingesetzt worden.

Beileidsbekundung vom Regierungschef

Spitzenpolitiker wie Regierungschef Pedro Sánchez drückten der Familie auf Twitter ihr Beileid aus. „Solidarität, Unterstützung und menschliche Wärme waren in den vergangenen Tagen zu spüren“, twitterte Sanchez am Mittwoch: „Sicherheitskräfte und viele Freiwillige haben sich an der Suche beteiligt, aber es konnte nichts mehr getan werden. Meine Anteilnahme gilt ihrer Familie.“

„Sie hat für unseren Sport Geschichte geschrieben und uns viel zu früh verlassen“, schrieb Albert Rivera, Chef der liberalen Partei „Ciudadanos“. Der spanische Sportminister José Guirao bezeichnete den Tod der „großartigen Athletin“ als „schreckliche Nachricht für die Welt des Sports“.

Ihr Bruder starb an Lymphdrüsenkrebs

Die frühere Sportlerin hatte 1992 als Höhepunkt ihrer Karriere in Albertville im Slalom Olympia-Bronze gewonnen. Es war die zweite und bis heute letzte olympische Medaille für Spanien in den alpinen Wettbewerben.

Im Weltcup war sie viermal erfolgreich. Ihr Bruder Francisco, der 2006 im Alter von 56 Jahren an Lymphdrüsenkrebs verstarb, wurde 1972 in Sapporo Slalom-Olympiasieger.

Ihr Verschwinden hatte in ihrer Heimat in den vergangenen Tagen viele Schlagzeilen gemacht. Ihrer Familie soll sie gesagt haben, sie wolle fünf Tage wandern gehen. Als sie nach dieser Zeit nicht zurückgekehrt war, hatten die Angehörigen die Behörden informiert.

Am Sonntag wurde schließlich ihr nahe Cercedilla in der Sierra de Guadarrama auf einem Parkplatz gefunden - in einer Gegend, wo viele Trekkingpfade starten. Die 56-Jährige war zuletzt im Madrider Stadtbezirk Aravaca gesehen worden.